Neuseeländer kaufen Traumstrand und schenken ihn der Öffentlichkeit

Ein verschuldeter Geschäftsmann musste seinen Privatstrand verkaufen. Daraufhin startete Duane Major eine Crowdfunding-Kampagne, um den Awaroa Beach zu kaufen. Mit Erfolg, denn dank ihm gehört der Traumstrand nun der Öffentlichkeit.

Neuseeländer kaufen Traumstrand und schenken ihn der Öffentlichkeit
Foto: © perreten / iStock / Thinkstock
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Obwohl er in privatem Besitz war, durfte der Strand bisher von der Öffentlichkeit genutzt werden. Doch als sein Besitzer ihn verkaufen musste, bestand die Gefahr, dass ein neuer Eigentümer weniger kulant sein und die öffentliche Nutzung des Awaroa Beach verbieten würde. Das wollte Duane Major nicht hinnehmen und begann die Crowdfunding-Kampagne.

Mit fast 40'000 Spendern konnte Major dadurch 2.3 Millionen neuseeländische Dollar (umgerechnet etwa 1.6 Millionen Schweizer Franken) sammeln. Sogar der Staat Neuseeland beteiligte sich mit einem erheblichen Betrag. Dadurch kam genug zusammen, um andere Interessenten zu überbieten und den Traumstrand zu kaufen.

Am 10. Juli wurde der Awaroa Beach offiziell der Allgemeinheit übergeben und zum Teil des Abel-Tasman-Nationalparks erklärt. So bleibt er auch in Zukunft der Öffentlichkeit als Badestrand erhalten.

Crowdfunding für einmal ohne direkte Gegenleistung

Meistens basiert Crowdfunding darauf, dass die Spender später eine Gegenleistung erhalten. Im Fall des Awaroa Beach ist dies lediglich das Recht, den Strand nutzen zu können – so wie jeder andere auch.

Aber nicht jede Spende wurde dankend angenommen. Ein Ökonom etwa wollte sich für eine beachtliche Summe einen Teil des Strandes als privates Eigentum sichern. Sein Angebot war zwar grosszügig, hatte aber den Zweck der Kampagne verfehlt. Sein Angebot lehnte Major daher ab.

Einige Spender wünschten sich zudem, dass der Strand der Urbevölkerung Neuseelands zurückgegeben wird. Da dies zwar ein schöner Gedanke ist, aber auch dem Ziel des Crowdfunding widersprach, wurde ein Kompromiss gefunden: Die Maoris besitzen ein Mitspracherecht und können so die Zukunft des Awaroa Beach mitbestimmen.

Text: Anja Stettin