Werden Windräder bald auch ins Naturschutzgebiet gebaut?

Der Nationalrat beschliesst, Erneuerbare Energien stärker zu fördern. Dafür schliesst er auch den Bau von Windrädern und Co in Naturschutzgebieten nicht aus, trotz Protest von SP und Grünen.

Naturschutzgebiete bald voller Windräder und Wasserkrafterke?
Foto: © John Foxx / Stockbyte / Thinkstock
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Unter Umständen können künftig Wasserkraftwerk, Windturbinen oder auch Pumpspeicherkraftwerke in Naturschutzgebieten gebaut werden. Mit diesem Beschluss folgte der Nationalrat laut nzz.ch einer Empfehlung des Bundesrates.

Güterabwegung bei Anlagen in Naturschutzgebieten

Danach solle die Nutzung Erneuerbarer Energien zum nationalen Interesse erklärt werden. Dies würde eine Güterabwegung ermöglichen bei Anfragen zum Bau solcher Anlagen in Naturschutzgebieten.

Erfolglosen Protest dagegen gab es aus den Reihen der SP und der Grünen. Sie führten an, dass der Bau in Naturschutzgebieten für die Energiewende gar nicht nötig sei, da ausreichend Landesfläche zur Verfügung stände, die nicht in Schutzgebieten liegt.

Starke Eingriffe in Naturschutzgebiete sollen nicht genehmigt werden

Naturschutzgebiete voller Windparks und riesiger Wasserkraftwerke sollen trotz der Entscheidung nicht befürchtet werden müssen. Wie sinnvoll ein Projekt ist, wird im Einzelfall entschieden.

Der Nationalrat will laut tagesanzeiger.ch zudem von der Energiegewinnung in Biotopen von nationaler Bedeutung ganz absehen. Hierzu gehören Auen, Moore, Amphibienlaichgebiete oder Trockenwiesen. Auch in Wasser- und Zugvogelreservaten sollen grundsätzlich keine Anlagen für erneuerbare Energien gebaut werden dürfen. Wie sehr die neue Regelung Naturschutzgebiete tatsächlich beeinflusst, bleibt daher wohl erst noch abzuwarten.

Quellen: nzz.ch, tagesanzeiger.ch, Autor: Bianca Sellnow