Marc Baumann bringt nachhaltige Themen ins Theater

Mit der Reihe «Im Gespräch: Die Erde» bringt Gesamtleiter Marc Baumann nachhaltige Themen ins Theater Winterthur. Auf dem Programm steht nun eine Veranstaltung zur Frage, ob die zukünftigen Herausforderungen der Gesellschaft durch technische Lösungen gemeistert werden können.

Marc Baumann bringt Nachhaltigkeit ins Theater.
Marc Baumann leitet Theaterabende zum Thema Nachhaltigkeit.
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Marc Baumann übernahm vor gut zwei Jahren den Posten der Gesamtleitung für das Stadttheater Winterthur. Bevor er Leitung und Finanzen des 70-Personen-Betriebs in Winterthur übernahm, arbeitete er zwischenzeitlich als selbständiger Unternehmensberater und hatte von 2005 bis 2007 die kaufmännische Direktion des Schauspielhauses Zürich inne. Zusammen mit dem Programmleiter hat Marc Baumann für die Saison 2011/12 ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt. Neben Theater-, Oper- und Balletvorführungen findet auf Initiative von Marc Baumann dann auch eine Veranstaltungsreihe zum Thema Nachhaltigkeit statt. «Gesellschaftlich relevante Fragen müssen auf allen Ebenen diskutiert werden. Und so sehen wir unsere Aufgabe, nebst der kulturellen und unterhaltenden auch darin, bedeutende Zeitthemen aufzunehmen und die Diskussion zu fördern», äussert sich Baumann zu seinen Ambitionen.

Unter dem Titel «Im Gespräch: Die Erde» fand im April dieses Jahres ein Diskussionsabend über den Peak-Oil (Zeitpunkt, zu dem das globale Erdölmaximum erreicht ist), als Herausforderung des 21. Jahrhunderts, statt. Marc Baumann konzipierte dabei zum ersten Mal einen vollen Theaterabend. Eine Inszenierung brachte dem Besucher die Folgen des Peak Oils näher. Anschliessend tagte der Rat der 100 in Form einer Publikumsdiskussion, wobei fünf Forderungen an den Bundesrat formuliert wurden.

Auf die «theatralische Erdölkonferenz» folgt nun am 27. September ein Theaterabend zum Thema der zukünftigen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Dazu wird die Frage gestellt, ob wir diese mit technischen Lösungen begegnen können oder ob es ein Umdenken in den Köpfen der Menschen braucht. Erneut übernahm Marc Baumann die Leitung und konnte den berühmten deutschen Philosophen Peter Sloterdjik für den Theaterabend gewinnen. Dessen Standpunkt ist klar. Technische Lösungen reichen seiner Meinung nach nicht aus, um den Herausforderungen adäquat zu begegnen. «Wir müssen unser Leben entscheidend ändern, weil wir andernfalls an einem ökonomischen und ökologischen Selbstauslöschungsprogramm teilnehmen. Wir müssen ein globales Immunsystem aufbauen, das uns eine gemeinsame Überlebensperspektive eröffnet. Dazu wird ein globales Ökomanagement nötig. Ich nenne das Ko-Immunismus», äussert sich Sloterdjik im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Damit stimmt der Philosoph mit den Überlegungen von Marc Baumann überein, der zum Theaterabend die These formuliert, dass die heutige Gesellschaft auch bei allen technischen Anstrengungen den heutigen Wohlstand nicht aufrechthalten kann. Das Glück oder der Wohlstand der Gesellschaft müssen seiner Meinung nach ausserhalb herkömmlicher Sichtweisen gefunden werden.

Mehr Informationen zum Theaterabend «Von Wachstum und Grösse» finden sie unter theater.winterthur.ch.

Quelle: theater.winterthur.ch, nzz.ch, faz.net, Text: Lea Schwer