Ausgerechnet Fleur de Sel ist voll von Mikroplastik

In den meisten teuren Meersalzen haben Stichproben jetzt grössere Mengen an Mikroplastik gefunden. Die Gründe dafür liegen in der besonderen Art der Gewinnung von Fleur de Sel.

Mikroplastik im teuren Meersalz gefunden
Foto: © La_vanda / iStock / Thinkstock
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Zwischen 130 und 1800 Mikrogramm pro Kilogramm fanden Tests in neun unterschiedlichen Proben Fleur de Sel, wie der deutsche NDR in seiner Sendung «Markt» berichtet. In einem Produkt sei sogar eine Plastikfaser mit blossem Auge zu sehen gewesen.

Geprüft wurden die Salze an der Universität Oldenburg. Deren weitere Untersuchungen zeigten, dass die Konzentrationen in normalem Meersalz deutlich geringer sind. Die Begründung dafür könnte in der unterschiedlichen Gewinnung der Salze liegen.

Fleur de Sel besteht aus einer feinen Salzschicht, die von der Wasseroberfläche abgeschöpft wird. Die hohe Konzentration von Mikroplastik könnte sich dadurch erklären, dass gerade an der abgeschöpften Oberfläche sich auch besonders viel davon sammelt. Klassisches Meersalz wird dagegen durch Verdunstung von Meerwasser gewonnen. Dabei setzen sich die Kristalle am Boden spezieller Salzbecken ab.

Ist das Mikroplastik in Fleur de Sel gefährlich?

Die Folgen von Mikroplastik für die Gesundheit sind noch nicht eindeutig geklärt. Laut dem weiteren Bericht des NDR besteht aber auch bei grundsätzlich unbedenklicher Konzentration die Gefahr, dass Mikroplastik andere Schadstoffe in den Körper einschleust.

«Mikroplastik kann organische Substanzen wie DDT, Dioxin, aber auch Schwermetalle anreichern und die Freisetzung dieser Stoffe im Körper beschleunigen», erklärt etwa Prof. Dr. Edmund Maser vom Institut für Toxikologie und Pharmakologie der Universität Kiel gegenüber dem Sender.

Mehr zu dem Thema lesen Sie in unserem Beitrag «Wie sehr schadet uns Mikroplastik und wo steckt es überall drin?»

Wo kommt das ganze Mikroplastik her?

Mit Plastik wickeln wir unsere Lebensmittel ein, trinken aus Plastikflaschen unser Wasser, aber es hilft uns auch beim Ordnung halten. Wir brauchen es beim Telefonieren, zum Fernsehen oder auch beim Kochen. In fast allen Lebensbereichen nutzen wir Plastik. Und damit fallen jährlich enorme Berge an Plastikmüll an.

Ein grosser Teil der Abfälle gelangt auf verschiedenen Wegen in die Ozeane und verseucht diese immer mehr, wie der folgende Artikel zeigt: «Massen von Plastikmüll im Meer schaden Tieren und Umwelt erheblich.»

Dabei reibt sich viel von dem Plastikmüll auf. Je kleiner die Partikel werden, um so eher gelangen sie in die Nahrungskette. Mit dem Auge oft schon nicht mehr erkennbares Mikroplastik wird etwa von Meerestieren aufgenommen, die auf unseren Tellern landen, oder es gelangt eben in unser Meersalz.

Quelle: NDR

Autor: Bianca Sellnow am 17. Januar 2018