«Luzern blüht auf - eine Stadt wird essbar»

Das Projekt «Luzern blüht auf» läuft bereits seit Mitte März. Dabei sollen öffentliche Flächen in der Stadt mit Gemüse und Gewürzen bepflanzt werden. Welches Ziel die Initianten damit verfolgen und woher die Idee kommt, erfahren sie hier.

Lutzer wird grün.
Luzern wird mit Gemüse und Kräutern verschönert. Foto: © iStockphoto
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Das Projekt wurde von rund 30 Initianten auf die Beine gestellt. «Wir wollen damit das Gemeinschaftsgefühl fördern und die Stadt verschönern» sagt die Luzerner Mitinitiantin Anna Lemke gegenüber 20Minuten. Die bepflanzten Flächen sollen nämlich der Bevölkerung zum Pflücken und Ernten zur Verfügung stehen. Ein bewussterer Umgang mit Nahrungsmitteln der Luzerner wäre ebenfalls eine wünschenswertes Ergebnis des Projekts, so Lemke weiter. Im Moment läuft in der ganzen Stadt die Suche nach geeigneten Standorten. Die Stadtgärtnerei ist für eine Mithilfe am Projekt offen. Sie meint aber, dass die Flächen regelmässig von den Initianten selbst bewirtschaftet werden müssten. Ein erster Schritt zum «grünen» Luzern wurde bereits gemacht. Vor dem Stadthaus stehen geflochtene Körbe mit Kräutern zum selber pflücken.

Vorbild für die Idee ist das Englische Städtchen Todmorden im Nordwesten Englands. Mary Clear, Grossmutter von zehn Enkelkindern, riss eines Tages die Mauern um ihren Gemüsegarten nieder und stellte ein Schild mit der Aufschrift «Es ist kostenlos, greift zu» in den Garten. Nach anfänglichem Zögern bediente sich die Bevölkerung in ihrem Garten. Nach und nach begannen die Einwohner selber mit dem Bepflanzen. Bald schon nahm das eine Eigendynamik an und im ganzen Städtchen wurde jede freie Fläche bepflanzt. Die Bevölkerung übernahm so automatisch mehr Verantwortung für das öffentliche Stadtbild. Abfall wurde nicht mehr leichtfertig auf den Boden geworfen und die Polizei von Todmorden stellte eine Minderung der Kriminalität feststellen. Der Erfolg dieser Idee war so gross, dass sich weltweit Städte dafür interessierten und Anfragen für Kooperation in Todmorden eingingen.

Quelle: 20min.ch, Info8.ch Text: Jessica Buschor