In Berner Sitzungen wird nur noch Leitungswasser aufgetischt

Auf Rat der Initiative «Blue Community» entscheidet sich Bern dazu, bei Sitzungen nur noch Leitungswasser anzubieten. Bern ist damit die erste Hauptstadt, die das «Blue Community» -Label tragen darf. Mineralwasser-Hersteller fühlen sich derweil gemobbt.

  • 30
Leitungswasser in Bern: Kein Mineralwasser mehr im Stadtpräsidium

Die Stadt Bern will dazu animieren, mehr Leitungswasser zu trinken. Im Präsidium wird dies bereits praktiziert. Foto: © Präsidialdirektion Stadt Bern

Die Initiative gegen Flaschenwasser wurde von einer Organisation für soziale und ökologische Gerechtigkeit in Kanada ins Leben gerufen und erreicht nun auch die Schweiz. Mit dem Entscheid für Wasser aus dem Hahn spricht sich Bern gegen lange, umweltbelastende Transportwege von Flaschenwasser aus. Laut «Blue Community» solle man so oft wie möglich dem Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung den Vorzug geben um mit Wasser verantwortungsbewusster umzugehen.

Bern will künftig auch in der Uni und an öffentlichen Veranstaltungen auf transportiertes Wasser verzichten. Flaschenwasser-Konzerne sehen sich dadurch in Verruf geraten und kritisieren den Berner Entscheid. Gegenüber 20min.ch klagt Marcel Kreber vom Verband der Schweizerischen Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten: «Die Kampagne macht das Mineralwasser schlecht». Kreber argumentiert mit dem Energieaufwand für die Hahnenwasser-Produktion und dem zusätzlichen Bearbeitungsprozess von Leitungswasser, der beim Mineral wegfalle. Immerhin würden auch rund 20'000 Schweizer Arbeitsplätze von der Flaschenwasser-Produktion abhängen.

Quellen: 20min.ch, bern.ch, bluecommunity.ch; Text: Petra Zölle