Lebensmittel: Werbung führt noch immer in die Irre

«Vitaminreich» und «ohne Zuckerzusatz» - viele Lebensmittel werden durch die Werbung als gesund dargestellt obwohl sie es gar nicht sind. Neue Regelungen sollen weiter fördern, dass auf der Verpackung nur das steht, was auch wirklich drin ist. Aber auch jetzt müssen Verbraucher noch genau hinsehen.

Werbebotschaften auf Lebensmitteln führen oft in die Irre
Viele ungesunde Lebensmittel werden als gesund vermarktet. Foto: © Stockbyte / Thinkstock
  • 4
  • 0

Mit welchen Botschaften Hersteller ihre Lebensmittel bewerben dürfen, ist in der Schweiz per Gesetz geregelt. So dürfen «Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben (Health Claims) auf Lebensmitteln und in der Werbung nur benutzt werden, wenn ihre Wirkung mittels wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden kann», heisst es dazu beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Anfang des Jahres wurden diese Bestimmungen noch einmal verbessert und dem EU-Recht angepasst.

Doch das reicht aus Sicht der Stiftung Konsumentenschutz (SKS) noch lange nicht aus. Denn viele Werbebotschaften führen Verbraucher weiterhin in die Irre, wie die Untersuchung «Clean Labeling bei Kinderlebensmitteln» der SKS zeigt. Laut dem Bericht werden insbesondere ungesunde Lebensmittel wie Süssigkeiten, Frühstücksflocken oder Chips als vitaminreich oder frei von Konservierungsstoffen beworben. Das lenke davon ab, wie zuckerreich, salzig oder fettig die Produkte seien.

«Es kann nicht sein, dass immer mehr Kinder und Jugendliche unter Übergewicht leiden, die Anbieter aber die Eltern mit täuschender Werbung hinters Licht führen», kritisiert die SKS laut suedostschweiz.ch. Für Lebensmittel, die an Kinder gerichtet sind, fordert die SKS deshalb noch strengere Gesetze: Sie sollen nicht mit Botschaften angepriesen werden dürfen, die einseitig positive Eigenschaften hervorheben. Generell sollte die Werbung für ungesunde Lebensmittel bei Kindern eingeschränkt werden, so die Stiftung.

Fazit bleibt, gerade bei Lebensmitteln für Kinder müssen Eltern weiterhin genau aufpassen, was sie kaufen und dürfen nicht blind den Werbeslogans vertrauen.

Quellen: BAG, suedostschweiz.ch

Text: Leena Heinzelmann

Globuli: Zauberkügelchen oder Hokuspokus?

Globuli: Zauberkügelchen oder Hokuspokus?

Selbst gekocht schmeckt es tatsächlich am besten

Selbst gekocht schmeckt es tatsächlich am besten

Food Waste: 17 Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Food Waste: 17 Tipps gegen Lebensmittelverschwendung