Mütter und Kinder leiden an Unterernährung wegen Klimawandel

Der Klimawandel nimmt erheblichen Einfluss auf die Produktion von Lebensmitteln in der ganzen Welt. Aber gerade Frauen und Kinder in Entwicklungsländern bekommen die Folgen besonders hart zu spüren.

Frauen und Kinder in Entwicklungsländer sind von Unterernaehrung besonders betroffen.
Frauen und Kinder in Entwicklungsländer sind von Unterernaehrung besonders betroffen. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Bis ins Jahr 2020 droht sich die Anzahl an unterernährten Frauen und Kindern in Entwicklungsländern um 20 Prozent zu erhöhen, berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO). «Die Welt hätte zwar genug Nahrung für alle, doch sind derzeit eine halbe Milliarde Frauen und Kinder unter fünf Jahren unterernährt als Folge ständig unzureichender Nahrungsverfügbarkeit,» so Carole Presern, Direktorin der «Partnership for Maternal, Newborn & Child Health» bei der WHO gegenüber pressetext.

Ursache dafür sind die steigenden Preise von Nahrungsmitteln und der Klimawandel, welche eng miteinander verbunden sind. Der extrem kalte Winter in Europa sorgte für einen enormen Anstieg der Weizenpreise, während die gleiche Auswirkung Trockenheit und starke Hitze auf Zucker, Mais und Soja in Südamerika hatten.

Der ärmeren Bevölkerung setzen Erhöhungen der Lebensmittelpreise am meisten zu. «Während Familien in Industrieländern zehn Prozent des Einkommens für das Essen ausgeben, sind es in Entwicklungsländern 50 bis 80 Prozent. Arme essen in Folge weniger, seltener, mit schlechterer Qualität und weniger Abwechslung in der Nahrung», sagt Presern.

Auch am gerade beendeten Wirtschaftsgipfel G20 in Mexiko war die Welternährung das Thema. In der abschliessenden Erklärung wurde festgehalten, dass bis 2050 weltweit ca. 9,3 Milliarden Menschen ernährt werden müssen. Dafür müsse die Landwirtschaftsproduktion um 50 bis 70 Prozent wachsen, in Entwicklungsländern sogar bis zu 100 Prozent. Dabei müsse die Landwirtschaft dem Klimawandel angepasst werden und ein nachhaltiger und effizienter Umgang mit den Ressourcen geschaffen werden.

Unterernährung im Säuglingsalter

Besonders für Säuglinge ist eine ausreichende Ernährung der Mutter wichtig. Ab der Zeugung sind die ersten 1000 Tage entscheidend. Mangelnde Ernährung in dieser Zeit kann zu Wachstumsstörungen, Untergewicht und Gehirnschäden führen. Letztere haben Auswirkungen auf das gesamte Leben. Betroffene können nicht mehr das volle Potenzial in Bildung und Beruf ausschöpfen. Diese Defizite können sogar bis zu drei Generationen weiter vererbt werden.

 

Quelle: pressetext.com Text: Jessica Buschor