Tyson, (14) : «Wenn nicht jetzt, wann dann?»

Am Freitag haben Schüler erneut für mehr Umweltschutz in der ganzen Schweiz gestreikt. Dabei zeigt sich: Selbst die Jüngsten engagieren sich auch im Alltag für mehr Nachhaltigkeit.

Klimastreik Schweiz: Tausende Schüler in mehreren Schweizer Städten laufen beim Klimastreik mit
Foto: © Michelle Kägi/ NL
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Heute sind abermals in zahlreichen Schweizer Städten Schüler und Jugendliche für mehr Klimaschutz auf die Strasse gegangen. Mit Sprüchen wie «Wem sini Zuekunft? Eusi Zuekunft!» und  «Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!» fordern sie Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dazu auf, mehr für den Klimaschutz zu tun.  

Die Forderungen von «Klimastreik Schweiz» sind klar: Die Schweiz soll die Klimakatastrophe als zu bewältigende Krise anerkennen und den Klimanotstand ausrufen und die Treibhausgas-Emissionen sollen bis 2030 im Inland Netto Null sein.

Allein in Lausanne sind am Freitagmorgen 8000 Schüler auf die Strasse gegangen. In Zürich waren es, laut Schätzungen der Juso der Stadt Zürich, über 2000 Jugendliche. Allerdings sprach die Stadtpolizei von lediglich einigen hundert Streikenden.

Impressionen vom Klimastreik in Zürich am 18. Januar

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Klimastreik Schweiz: Tausende Schüler in mehreren Schweizer Städten laufen beim Klimastreik mit

Impressionen vom Klimastreik in Zürich am 18. Januar 

Foto: © Michelle Kägi/ NL

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Nicht nur fürs Klima streiken – auch handeln

Durch den Unterricht und die Aufklärung über den Klimawandel an der Schule scheint den Schülern die Dringlichkeit der Lage bewusst geworden zu sein. «Man muss was unternehmen – wenn nicht jetzt, wann dann? Man muss handeln, nicht reden», sagt Tyson, 14 Jahre alt, während er mit seinen Schulfreunden am «Marsch für das Klima» mitläuft.  

Dass bereits kleine Taten und Veränderungen des Einzelnen der Umwelt helfen, scheint für die Jugendlichen ebenfalls klar: «Der Gedanke, dass es sowieso nichts bringt, wenn nur «ich» etwas verändere, ist falsch», meint Seline, 15.

Viele kleine Veränderungen für grosse Wirkung

Klimastreik Schweiz: Das Plakat des 9-jährigen Gabriel hat eine klare Botschaft.

Das Plakat vom 9-jährigen Gabriel hat eine klare Botschaft. Foto: © Michelle Kägi / NL

Am Klimastreik teilzunehmen ist das eine. Etwas anderes jedoch, im Alltag Dinge zugunsten der Umwelt zu verändern. Doch das Bewusstsein scheint auch dort vorhanden zu sein. «Wir sind noch nie in die Ferien geflogen, plus kaufen wir unsere Lebensmittel hauptsächlich saisonal und regional», sagt Nora, 16. Ähnlich klingt es bei der Antwort vom 9-jährigen Gabriel: «Wir fliegen nicht und ein Auto haben wir auch nicht. In die Schule laufe ich.»

Auf die Frage, ob nicht die Eltern den Hauptantrieb für einen nachhaltigeren Lebensstil sind, meint Ladina, 14: «Klar geschieht viel durch meine Eltern. Doch erst, als wir das Thema in der Schule behandelt und diskutiert haben, ist mir klar geworden, wie schlimm die Situation wirklich ist.»

Für Klimastreik Absenzen in Kauf genommen

Vielen Schülern droht künftig ein Unentschuldigt vom Unterricht, wenn sie fürs Streiken die Schule schwänzen. Doch dies nehmen Schüler scheinbar bewusst in Kauf. So sagt ein Schüler während seiner Rede zum Schluss des Streiks ganz klar: «Da bringt auch die Drohe mit einer Absenz nichts.» Trotzdem fügt er hinzu: «Wenn wir für das einstehen, was wir in der Schule gelernt haben, werden wir bestraft. Es macht keinen Sinn.»

Am Samstag 2. Februar findet der nächste Klimastreik in zahlreichen Städten der Schweiz statt, bei dem auch berufstätige und ältere Generationen mitlaufen können.

 

 

 

Hier geht's zum Dossier «Klimastreik Schweiz»

18.01.2019