Import-Zölle auf klimaschädliche Produkte nützen nichts

Durch Zölle auf besonders umweltgefährdende Produkte soll der globale Ausstoss an Treibhausgasen gesenkt werden. Was gut gemeint ist, könnte laut Forschern dem Klima am Ende aber mehr schaden als nützen.

Klimaschädliche Produkte sollen beim Import mit Zöllen belegt werden
Import-Zölle auf klimaschädliche Produkte bringen den Klimaschutz laut der Forscher nicht voran. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Deutsche Wissenschaftler vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der TU Berlin haben den Güterhandel verschiedener Staaten erforscht und warnen davor, Import-Zölle auf klimaschädliche Produkte zu hastig einzuführen. Vorher müsse man genau untersuchen, wie sich eine solche Massnahme auf den Welthandel auswirke.

Laut der Forscher würde zwar durch die CO2-Zölle wie geplant ein Anreiz für Firmen geschaffen, vermehrt im eigenen Land zu produzieren. Dass dies zu einer Reduzierung des globalen CO2-Ausstosses beiträgt, bezweifeln sie jedoch. CO2-Zölle würden ihrer Forschungsergebnisse zufolge den weltweiten CO2-Ausstoss nur gering senken. Viel effektiver sei es, ein globales Abkommen zum Emissionshandel abzuschliessen und das Wissen um umweltfreundliche Technologien in Entwicklungs- und Schwellenländer zu bringen. 

Hintergrund zur Kritik der Forscher

China oder Indien nutzen zum Grossteil umweltschädliche Energie für die Produktion. Sie stellen aber hauptsächlich Produkte mit geringem Energieaufwand, wie Spielzeug, für den Export in westliche Länder her. Viele CO2-intensive Produkte, wie schwere Maschinen, werden bisher in westlichen Ländern mit relativ umweltfreundlicher Energie produziert und in die Entwicklungsländer eingeführt.

CO2-Zölle würden dazu führen, dass Entwicklungs- und Schwellenländer zwar die Produktion von Spielzeug für den Export senken. Gleichzeitig würden sie aber die Herstellung von Maschinen für das eigene Land erhöhen, um die Zölle für den Import zu vermeiden. So würden die CO2-Emissionen aufgrund des umweltschädlichen Energiemixes dieser Staaten insgesamt kaum sinken oder sogar zunehmen.

 

Quelle: Zeit.de

Text: Leena Heinzelmann