Klimagipfel in Doha: Schwache Beschlüsse in letzter Minute

Erst ganz am Ende der Klimakonferenz konnte sich die internationale Staatengemeinschaft auf neue Beschlüsse zum Klimaschutz einigen. Die erzielten Mini-Fortschritte bleiben aber weit hinter den ohnehin geringen Erwartungen zurück.

Klimakonferenz in Doha bleibt hinter Erwartungen zurück
UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon in Doha. Foto: © Sallie Shatz / cop18.qa
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Nachdem die Verhandlungen zum Kyoto-Protokoll lange auf der Kippe gestanden hatten, wurde ganz am Ende der Klimakonferenz in Doha noch eine Einigung erzielt. Die 27 EU-Staaten, die Schweiz sowie 9 weitere Länder verpflichten sich, das einzige verbindliche Klimaschutz-Abkommen 8 weitere Jahre fortzuführen. Die beteiligten Länder werden ihre Treibhausgase bis 2020 wie im Vertrag vorgesehen weiter senken.

Den Klimaschutz wird das Kyoto-Protokoll jedoch kaum voranbringen. So wurde das Reduktionsziel nicht, wie zwischenzeitlich gehofft, von 20 auf 30 Prozent erhöht. Ausserdem verursachen die daran beteiligten Länder lediglich 12 Prozent der weltweiten Klimagase. Grosse Emittenten wie China, Indien und die USA gehen weiterhin keine Verpflichtungen zum Klimaschutz ein.

Bis 2015 soll es einen Klimaschutz-Vertrag geben, der alle Staaten mit einschliesst, so die Hoffnung. Einen genauen Plan dafür gibt es aber auch nach dem Klimagipfel in Doha noch immer nicht.

Auch bei der Frage, wie der Klimaschutz und die Anpassungsmassnahmen an die Erderwärmung finanziert werden sollen, gab es nur kleine Fortschritte. Zwar legten einige europäische Staaten zusätzliche Gelder auf den Tisch. Doch insgesamt wurde die Finanzierung der Folgen des Klimawandels auf den kommenden Klimagipfel 2013 in Warschau verschoben.

Insgesamt brachte Doha somit keinen Durchbruch für den Klimaschutz. Viele Experten, wie auch Professor Thomas Bernauer von der ETH-Zürich, mahnten zwar schon vor dem Klimagipfel, nicht zu viel von der Konferenz zu erwarten. Doch selbst hinter den niedriger gesteckten Erwartungen blieb die Beschlusskraft von Doha in einigen Teilen zurück. Das schmälert auch die Hoffnung, dass es bei Verhandlungen in den kommenden Jahren endlich beim Klimaschutz vorangehen wird.

Quelle: nzz.ch

Text: Leena Heinzelmann