«Es braucht eine Verbrauch-Steuer auf Gas, Öl und Atomstrom!»

Was für ein nachhaltiges Produkt oder welche nachhaltige Dienstleistung würden Sie sich wünschen?

Speicherbatterien für den Haushalt, so dass selbst produzierter Strom nicht ins Netz gespeist werden muss, sondern gleich vor Ort gespeichert und verbraucht werden kann.

Was wäre Ihr dringendster Wunsch an die Politik zur Förderung einer nachhaltigeren Gesellschaft?

Aus meiner Sicht gibt es nichts Wirksameres als das Verbraucherprinzip: Wenn fossile Brennstoffe genügend hoch besteuert würden, Atomstrom mit allen Sekundärkosten belastet wäre und umweltschädliche Technologien für ihre Schäden aufkommen müssten, dann würden sich alle Umweltprobleme wie von selbst lösen. Ich kann nicht verstehen, warum es keine Politiker schaffen, diese einfachen Zusammenhänge populär zu machen und in die Tat umzusetzen. Es ist wohl die Schwäche der Demokratie, die mutige Schritte verunmöglicht. Kaum wären solche Gedanken ausgesprochen, schon wären die Köpfe abgewählt.

Was planen Sie persönlich in den nächsten 2 Jahren, um eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen?

Unseren Prinzipien treu zu bleiben und unsere erfolgreichen Konzepte und Strategien weiterhin konsequent umzusetzen.

Worin sehen Sie in den kommenden Jahren die grössten Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung?

Das Bewusstsein der Menschen für die Wichtigkeit und Dringlichkeit des Themas zu wecken. Ich befürchte, dass es Katastrophen brauchen wird, um die Masse aufzuwecken.

Nachhaltige Lösungen haben oft ästhetische Beeinträchtigungen zur Folge, wie zum Beispiel Solarzellen im historischen Stadtbild. Wo sollte man die Grenze ziehen?.

Es ist völlig unsinnig, schöne Altstadthäuser mit Photovoltaik auszurüsten. Eine einzige moderne grosse Scheune hat mehr produktive Dachfläche als eine Kleinstadt und bietet alle Voraussetzungen für eine einfache und wirtschaftliche Installation. Es lohnt sich einfach nicht, die schönen kleinen Altstadthäuser damit zu belasten. Schon der technische Aufwand für ein paar Quadratmeter ist enorm, ganz zu schweigen von der Überzeugungsarbeit in der Bevölkerung.

Wem würden Sie selbst die letzten 11 Fragen gern stellen? Und warum?

Unseren Kundinnen und Kunden, weil mich ihre Antworten interessieren und ich gerne abweichende Meinungen diskutieren würde. Und weil wir bei Delinat alle wichtigen Themen mit unseren Kunden diskutieren.


Quellen: delinat.com, Interview: Lea Schwer