Nachhaltige Hamburger bald aus Stammzellen statt aus Fleisch?

Ein beherzter Biss in den Hamburger, wer kennt das nicht. Allseits beliebt und in verschiedenen Varianten überall zu haben, ist ihnen jedoch die knusprig gebratene Fleischscheibe gemein. Doch Burger-Fans aufgepasst – nun kommt Bewegung in den Frikadellenmarkt! Fleischscheiben ganz ohne Tier sollen schon bald auf den Markt kommen. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie hier.

Forscher entwickeln fleischfreie Burger.
Gehört das richtige Burgerfleisch vom Rind bald der Vergangenheit an? Foto: © komar.maria - Fotolia.com
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Massentierhaltung und ein gigantischer CO2 Fussabdruck bei der Fleischproduktion lassen Tier- und Umweltschützer schon lange die Alarmglocken läuten. Nun hat einer davon Nägel mit Köpfen gemacht und 300.000 Schweizer Franken bereit gestellt, um die Produktion eines fleischfreien Burgers zu ermöglichen.

Der fleischfreie Burger soll genauso schmecken wie Fleisch und auch so aussehen, so die Vorstellung des niederländlichen Forschers Mark Post. Bestehen soll der Hamburger aus Fleischfasern, die aus Stammzellen von tierischem Muskelgewebe gewonnen werden. Im Oktober will Post seine Entwicklungen abgeschlossen haben und den ersten synthetischen Burger präsentieren, der sich weder in Aussehen noch Geschmack von seinem fleischigen Pendant unterscheiden soll. «Die hergestellten Gewebe werden exakt dieselbe Struktur haben wie jene im lebenden Tier», berichtet der Forscher laut NZZ, denn sonst sei es unmöglich, die Konsumenten davon zu überzeugen, auf herkömmliches Fleisch zu verzichten.

Auch an weiteren Fleischprodukten ohne Tier wird geforscht

Doch nicht nur Burger sind in der nachhaltigen Forschung: in Kalifornien wird zudem an Speck und Steaks aus pflanzlichen Zutaten gearbeitet. So kann dazu beigetragen werden, den Ausstoss an Treibstoffgasen zu verringern und die Umwelt zu schützen. Denn mit rund 70 Prozent der Landwirtschaft, die von der herkömmlichen Fleischgewinnung eingenommen werden, ist die Belastung enorm.

Und die Nachfrage nach Fleisch steigt durch einen wachsenden Verbrauch in den Schwellenländern weltweit immer weiter an. Daher ist es an der Zeit, nachhaltige Fleischprodukte oder deren Alternative anzubieten. Die positiven Aspekte für Mensch und Tier der vorgestellten Produkte streiten auch Kritiker nicht ab. Sie geben jedoch zu bedenken, dass pflanzliche Alternativen wesentlich mehr Vorteile bieten als synthetisches Fleisch, da für dessen Haltbarkeit sicherlich Antibiotika oder andere chemische Stoffe aufgewendet werden müssten.

Quelle: NZZ, feelgreen Text: Miriam Dippe