Der erste Hamburger aus dem Labor spaltet die Gemüter

Wissenschaftlern ist es gelungen, das erste künstliche Fleisch der Welt zu erzeugen. In Form eines Hamburgers wurde es in London der Öffentlichkeit präsentiert. Die Reaktionen auf den tierfreundlichen Burger sind jedoch geteilt.

Retorten-Hamburger spaltet die Gemüter
Et Voilà: Der erste Fleisch-Hamburger, für den kein Tier sterben musste. Foto: David Parry / PA Wire
  • 21

Das umstrittene Retortenfleisch wurde in der Petrischale aus Rinderstammzellen hergestellt. Diese konnten im Labor wiederum zu Muskelsträngen herangezüchtet werden. Davon benötigten die Forscher rund 20'000 kleine Streifen, um das Hacktätschli für den sogenannten «Labburger» schliesslich fertigzustellen. Das künstliche Fleisch gleicht echtem Fleisch in Aussehen und Konsistenz. Lediglich an Saftigkeit mangele es dem Hamburger aus der Retorte noch ein wenig, so das Forscherteam.

Fleisch, das in der Petrischale gezüchtet wurde

Stolz präsentieren die Forscher das Fleisch aus der Petrischale. Foto: David Parry / PA Wire

Ekel vor dem Labburger?

Die Wissenschaftler der Universität Maastricht sind stolz auf den von ihnen gezüchteten Fleisch-Burger, für den erstmals kein Tier sterben musste. Die Präsentation und Verkostung des umgerechnet rund 300'000 Franken teuren Hamburgers spaltet allerdings die Gemüter. Die einen feiern den ersten Retortenhamburger als wichtigen umweltentlastenden Fortschritt. Neben der Begrenzung der Tierzucht könne er Einsparungen an landwirtschaftlicher Fläche, Wasser und Getreide mit sich bringen. Bei anderen wiederum ruft das chemische Burgerfleisch Ekel und Intoleranz hervor. Sie verweisen darauf, dass der Fleischkonsum langfristig gemässigt und die Verteilung von weltweiten Lebensmitteln besser organisiert werden solle.


Quelle: focus.de, nzz.ch, südkurier.de, culturedbeef.net

Text: Petra Zölle