Gutachten zum Produkte-Verschleiss steht im kritischen Licht

Ein Gutachten zum Geräte-Verschleiss soll belegen, was viele Konsumenten vermuten: viele Geräte sind so konstruiert, dass sie mit Absicht nach kurzer Zeit kaputt gehen. Kritiker sehen das Gutachten aber nicht als Beweis für eine geplante Obsoleszenz, sondern verstehen die Ergebnisse eher als Zeichen unserer Wegwerfgesellschaft.

Schneller Verschleiss vor allem bei Handys
Viele Handys enttäuschen wegen ihre Kurzlebigkeit. Foto © Zoonar / Thinkstock
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Das Gutachten zum schnellen Produkte-Verschleiss erfolgte im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion. Auf 100 Seiten führen die Autoren mit viel Anschauungsmaterial den schnellen Verschleiss von Geräten aus. Kritiker bemängeln allerdings, dass die angeführten Beispiele vornehmlich aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen. Sie stellen auch die Objektivität der Gutachter in Frage, weil der Co-Autor Stefan Schridde der Initiator des Verbraucherportals «Murks? Nein Danke» ist. Schriddes Portal richtet sich explizit gegen eine geplante Obsoleszenz wodurch er in seiner Meinung vorgefasst ist.

Die Ergebnisse der Untersuchung zum Produkte-Verschleiss können zudem auch ganz anders interpretiert werden, so Experten. Die erfahrenen Ingenieure, welche diverse Geräte für das Gutachten untersucht hatten, würden auch eine andere Erklärung für den schnellen Verschleiss der Produkte liefern. Er resultiere demnach aus dem hohen Wettbewerbsdruck unter den Herstellern, so dass «praktisch alle Neuentwicklungen unter sehr starkem Kostendruck» entstünden. Die Geräte gehen demnach so schnell kaputt, weil Hersteller Billigteile verwenden würden, um dem Druck standhalten zu können.

Quelle: spiegel.de

Text: Katharina Kehler