Neuer Gentech-Reis gegen Trockenheit gewappnet

Eine neue gentechnisch veränderte Reissorte soll selbst grosse Dürren überstehen. Wissenschaftler setzen auf Fortschritte in der Gentechnik, um die Ernährung der weiter anwachsenden Weltbevölkerung zu gewährleisten. Kritiker warnen vor den Folgen der Gentechnik.

Gentechnik: Neue Reissorte ist trockenresistent
Die gentechnisch veränderte Reispflanze übersteht selbst Dürren. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Ein Grossteil der Weltbevölkerung ist auf das Grundnahrungsmittel Reis angewiesen. Grosse Dürren sorgen aber immer wieder für eine starke Dezimierung der Reisernte. Jetzt ist es japanischen Forschern gelungen, eine Gen-Reissorte zu entwickeln, die gegen lange Trockenphasen gewappnet ist.

Das Forscherteam hat das Gen einer im trockenen Hochland der Philippinen angesiedelten Reissorte isoliert und in eine weitverbreitete Reispflanze eingebaut. Das Ergebnis war ein neuer Genreis, dessen Wurzeln überdurchschnittlich lang sind. So kann sich die gezüchtete Reispflanze auch bei Trockenheit mit Wasser aus grosser Tiefe versorgen. Wie erste Tests zeigten, hätten längere Dürrephasen dadurch nur noch geringe Auswirkungen auf die Reisernte. Wenn sich der Gen-Reis bewährt, soll die neue Sorte im Hochland ohne Bewässerung angebaut werden.

Gentechnik: Pro und Kontra

  • Viele Wissenschaftler sehen in der Gentechnik-Forschung eine wichtige Absicherung gegen zukünftige Hungerkrisen. Laut UNO-Prognose soll die Weltbevölkerung bis 2050 von derzeit 7,2 Milliarden auf rund 9,6 Milliarden Menschen anwachsen. Durch den voranschreitenden Klimawandel wird es ausserdem vermehrt zu Krisenphasen kommen, in denen die Grundnahrungsmittel knapp werden. Widerstandsfähiger Gentech-Reis könnte eine dauerhafte Ernährung der Weltbevölkerung gewährleisten.
  • Gegner der Gentechnik argumentieren hingegen, dass für die Lebensmittelknappheit auch andere Lösungen gefunden werden können. Zudem seien die Langzeitfolgen gentechnisch veränderter Pflanzen für die Umwelt noch nicht erforscht.

 

Quellen: landwirtschaft.ch, nzz.ch, handelsblatt.com

Text: Petra Zölle