Kolumbien schafft grössten Regenwald-Nationalpark der Welt

Kolumbien hat ein Tropen-Schutzgebiet geschaffen, das grösser als Holland ist. Es bietet bedrohten Tierarten wie den Jaguaren oder den Rosa-Flussdelfinen langfristig ein Zuhause und hat für die indigene Bevölkerung eine ganz besondere Bedeutung.

Grösster Regenwald Nationalpark der Welt in Kolumbien eingeweiht
Foto: © zemkooo/ iStock / Getty Images Plus
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Der Nationalpark Serranía del Chiribiquete in der gleichnamigen Tafelberg-Landschaf in Kolumbien ist seit Kurzem der grösste Tropenwald-Nationalpark der Welt. Das Gebiet wurde erweitert und ist nun mit einer Gesamtfläche von 4,3 Millionen Hektar grösser als Holland.

Der Nationalpark verbindet mit der Orinoco-Savanne, den Anden, dem Bergland von Guayana und dem Amazonas vier vollkommen unterschiedliche Ökosysteme. Damit bietet er den unterschiedlichsten Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause.

Schlüsselrolle für Tier und Mensch

Dadurch nimmt der Nationalpark eine Schlüsselrolle für das Überleben gefährdeter Tierarten ein. dazu gehören etwa der Jaguar oder der Rosa-Flussdelfin sowie verschiedener Papageienarten und Riesensalamander. Doch nicht nur die Tiere profitieren.

Mit der Erweiterung des Nationalpark werden die Gebiete zusätzlicher Völker vor der Zerstörung bewahrt, wie zum Beispiel von Gruppen der Uitoto, Carib und Arawak, schreibt der WWF Deutschland in einer Medienmitteilung.

Das indigene Erbe begründet den hohen kulturellen Wert des Gebiets: Es beherbergt mit 50 monumentalen Wandmalereien und über 70'000 verschiedenen Darstellungen den größten und ältesten archäologischen Bildkomplex im gesamten Amazonasregenwald. Einige davon sind über 20'000 Jahre alt.

Bereits am Sonntag hat das Welterbe-Komitee der Unesco Chiribiquete wegen seinem ökologischen, kulturellen und sozialen Wert zum Weltnaturerbe ernannt.

Autor: Sabina Galbiati, 4.7.2018