Food Waste verringern: Experten geben Tipps für weniger Abfall

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An einem Event in Zürich trafen sich Experten aus Gastronomie, Detailhandel und Forschung zum Thema Food Waste. Sie zeigten unter anderem auf, mit welchen einfachen Tricks jeder von uns weniger Lebensmittel wegwirft.

Food Waste: Wie sich Abfall ganz einfach reduzieren lässt
Foto: © Kalya Koltes

Der Event begann mit Claudio Beretta von der ETH, der aufzeigte, wie gross das Problem Food Waste überhaupt ist. So wird etwa ein Drittel der in der Schweiz produzierten Lebensmittel verschwendet. 

Welchen Anteil jeder von uns daran hat, sollte nicht unterschätzt werden. Denn Haushalte sind mit die grössten Verursacher von Food Waste. Besonders Frischgemüse, Brot und Backwaren landen demnach häufig in Schweizer Kübeln. 

Was wir gegen Food Waste tun können

Lebensmittelverschwendung zu verringern kann ganz einfach sein, bedarf aber der Auseinandersetzung mit dem Thema. Patrick Honauer vom regionalen Lebensmittelbetrieb Bachsermärt schlug als eine Lösung vor, dass Menschen sich wieder stärker mit dem Kochen auseinandersetzen und so lernen, Lebensmittel in ihrer Vielfalt zu schätzen. Er erklärte: «Man kann alles essen. Es kommt nur darauf an, wie man es kocht.»

Genau dort versucht auch Andi Handke anzusetzen. Der Koch der Zürcher Quartierbeiz Holzschopf wirft sowohl im Restaurant als auch privat möglichst wenig Essen weg. Bevor er etwa die Knochen von einem Stück Fleisch entsorgt, kocht er sie zuerst noch zu einem Fond auf.

Tipps gegen Food Waste von Andi Handke, die jeder zu Hause anwenden kann:

Mahlzeiten planen: Überlegen Sie sich vorher, was Sie einkaufen wollen. Dazu hilft zum Beispiel eine Einkaufsliste oder ein Wochenplan. Dann sollten Sie nur so viel kaufen, wie sie wirklich brauchen. XXL-Packungen und Aktionen verleiten zwar dazu, mehr zu kaufen. Der Überschuss landet aber oft im Abfall.

Lebensmittel korrekt lagern: Kartoffeln sollten beispielsweise dunkel gelagert werden und Milchprodukte gehören in den Kühlschrank. Nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum sind Lebensmittel nicht unbedingt gleich schlecht. Riechen und schmecken die Produkte gut, sind sie oft noch geniessbar. Einige Lebensmittel, wie Fleisch oder Fisch, sollten Sie nach dem Ablaufdatum jedoch nicht mehr essen.

Kleinere Mengen kochen: Wenn zu viel gekocht wird, bleiben nach jeder Mahlzeit Reste übrig, die sich dann im Kühlschrank ansammeln. Kochen Sie daher von vornherein nur so viel, wie Sie auch sicher aufessen. Falls doch noch Reste übrig bleiben, können Sie diese einfrieren und später essen oder verwerten.

So können Sie Reste von bestimmten Lebensmitteln verwerten

  • Brot: zu Fotzelschnitte oder einem Auflauf verarbeiten
  • Überschüssiges Getreide oder Hülsenfrüchte: in einen Salat einbauen (Zum Beispiel Kichererbsensalat)
  • Pasta: einen Nudelauflauf daraus machen
  • Fleischreste: als Füllung für Ravioli verwenden
  • Joghurt oder Sauerrahm: zu Cremes, Saucen oder Dips verarbeiten
  • Gemüsereste: in Suppen oder Eintöpfen einkochen 
  • Obst: zu Konfitüren oder Chutneys verarbeiten

Text: Kalya Koltes