Fischtreppe am Rhein wird für Lachse zur tödlichen Sackgasse

Damit der Atlantische Lachs in der Schweiz wieder angesiedelt werden kann, entstehen entlang des Rheins teure Fischtreppen. Dadurch kann der Lachs zwar rheinaufwärts in die Schweiz schwimmen, wird auf dem Rückweg ins Meer aber grausam zerhackt.

Fischtreppe für Lachse: Wiederansiedelung wird zur Todesfalle
Fischtreppen wie diese hier werden für Lachse im Rhein zur tödlichen Sackgasse. Foto: © Rufus46 / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)
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Die Grundidee ist gut: Der Atlantische Lachs, der in der Schweiz seit den 1950er-Jahren als ausgestorben gilt, soll bis 2020 wieder angesiedelt werden. Damit er die vielen Wasserkraftwerke am Rhein umwandern kann, wurden Milliardenbeträge in teure Fischtreppen, -lifte und Umgehungsgewässer investiert.

Gut gemeint, schlecht durchdacht: Die Fischtreppen führen nur in eine Richtung. Will der Wanderfisch nach dem Laichen im Oberrhein wieder zurück in den Atlantik, führt kein Weg an den todbringenden Turbinen der Wasserkraftwerke vorbei: Der Lachs wird darin grausam gehäckselt. Laut WWF Schweiz stirbt jedoch die Mehrzahl der Lachse direkt nach dem Laichen. So werden die Turbinen nur für Junglachse zur Gefahr. Durch ihre geringe Grösse kommt ein Grossteil von ihnen unbeschadet durch die langsamen Turbinen.

Laut des Fischereiaufsehers des Kantons Basel-Stadt, Hans-Peter Jermann, seien derzeit keine Lösungen für diese Lachs-Sackgasse in Sicht. «Da ist nun die Wissenschaft gefordert», sagt Jermann gegenüber tagesanzeiger.ch.

In unserem Artikel «Was schwimmt denn da? 60 % der Schweizer Fischarten auf Roter Liste» erfahren Sie, welche weiteren Fischarten in der Schweiz als ausgestorben oder bedroht gelten und welche Fische sich in grosser Anzahl an Schweizer Gewässern erfreuen.  

Quellen: tagesanzeiger.ch, 20 Minuten; Text: Petra Zölle