Zu viel Fischfang: Stirbt der Thunfisch deshalb jetzt aus?

In den letzten vier Jahrzehnten sind die Fischbestände weltweit um die Hälfte eingebrochen. Beliebte Speisefische wie der Thunfisch oder die Makrele haben sogar um 74 Prozent abgenommen. Etwas verändern können Gesetze, aber auch die Konsumenten.

Fischfang führt zum Rückgang der weltweiten Bestände um die Hälfte
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Es wird mehr gefischt, als dass sich die Meeresbewohner sowie ihre Laichgründe reproduzieren könnten. Aber nicht nur der industrielle Fischfang, sondern auch die Klimaerwärmung und der Massentourismus an den Küsten sowie an den Korallenriffen führen zum Fischsterben. 80 Prozent des weltweiten Tourismus findet in Meeresnähe statt, wie die Umweltschutz-Stiftung WWF jüngst in ihrem Bericht «Living Blue Planet Report» mitteilt, der die rückgängige Entwicklung zu den Fischbeständen dokumentiert.

Fischfang einschränken und Konsumverhalten ändern

Nur 3,4 Prozent der weltweiten Meeresfläche sind bisher geschützt. Der WWF fordert deshalb, Massnahmen zum besseren Schutz der Meerestiere verpflichtend zu machen. Diese sollen in die UN-Nachhaltigkeitsziele einfliessen, die Ende September beschlossen werden.

Positive Beispiele, bei denen sich der Fischbestand erholte, zeigt das Zonenverbot, welches Mosambik 2010 einführte. Fischern war es untersagt, in zwei definierten Zonen ihre Netze auszuwerfen. Nach vier Jahren erhöhte sich die Biomasse an Fisch um das Drei- bis Vierfache.

Auch in der Ostsee konnten sich Schollen- und Flunderbestände steigern, nachdem die Europäische Union eine Fischereireform durchführte. Zwar sind dort die Dorschbestände weiterhin kritisch, dennoch geht man davon aus, dass die Ostsee das erste nachhaltig bewirtschaftete Meer der Welt werden könnte.

Neben Vorgaben für die Fischerei kann auch der Konsument einiges tun, um viele Arten vor Überfischung zu schützen. Der WWF rät beispielsweise beim Kauf im Supermarkt auf das MSC-Siegel zu achten. Dieses soll garantieren, dass der Fisch aus bestands- und umweltschonender Fischerei stammt. Wer unverpackten Fisch vom Markthändler kauft, kann diesen am besten direkt nach der Herkunft fragen.

Quellen: WWF, 20 Minuten, Sächsische Zeitung, Hamburger Abendblatt; Text: Christian Gmür