Erneuerbare Energien: staatliche Förderungen ändern sich

Strom aus erneuerbaren Energien wird in der Schweiz seit 2009 finanziell vom Bund unterstützt. Dies geschieht über die kostendeckenden Einspeisevergütung KEV, die Stromproduzenten fördert. Nun wird zum 1. März die KEV geändert. Lesen Sie hier, welche Bereiche der erneuerbaren Energien betroffen sind.

KEV Vergütungtarife ändern sich zum 1. März.
KEV Vergütungtarife ändern sich zum 1. März. Foto: © K.-U. Häßler - Fotolia.com
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Das Schweizer Energiegesetz schreibt vor, die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030 auf 5400 GWh hochzusetzen. Um die höheren Kosten im Vergleich zur herkömmlichen Stromproduktion auszugleichen, will der Bund mit Förderungen wie der KEV einen Anreiz für den Ausbau erneuerbarer Energien schaffen. Diese Vergütungskosten decken die Differenz der höheren Produktionskosten des grünen Stroms und dem aktuellen Marktpreis. Doch Markt- und Technologieentwicklungen wirken sich auf die Kosten aus und machen daher teilweise Anpassungen der Vergütung nötig.

Änderungen treten bei der Produktion von Strom aus Photovoltaik-, Windkraft- und Biomassenanlagen mit Holz auf.

Photovoltaik-Anlagen

Photovoltaik-Anlagen sind in der Anschaffung und der Haltung immer günstiger geworden und nun zieht der Bund nach: er kürzt die KEV Vergütung um rund 10%. Jährlich ist generell eine Absenkung des Vergütungstarifs um 8% per Gesetz vorgeschrieben, was insgesamt eine Reduktion der Unterstützung von Photovoltaik-Anlagen von 18% ab März ausmacht.

Windkraft-Anlagen

Laut Überprüfung liegen die Vergütungssätze der Windenergie zu hoch bei besten Windverhältnissen und sind unzureichend in den Gebieten, in denen keine optimalen Bedingungen gegeben sind. Daher lässt die Änderung ab 1. März eine grössere Flexibilität der finanziellen Unterstützung zu. So steigt der Höchstsatz von 20 Rappen pro kWh auf 21,5 Rappen. Dieser Satz kann jedoch je nach Effizienz der Windenergie-Gewinnung auf bis zu 13,5 Rappen gesenkt werden.

Biomasse-Anlagen mit Holz

Die aktuelle Überprüfung zeigt, dass seit Beginn der KEV im Jahre 2009 die Energieholzpreise in die Höhe schnellten und auch die Brennstoff- und Investitionskosten um rund 10% gestiegen sind. Daher wird ab 1. März ein sogenannter «Holzbonus» eingeführt, der eine Kostendeckung insbesondere der kleinen Anlagen bewirken soll. Dieser fällt je nach Leistungsklasse zwischen 0 Rappen und 4,5 Rappen pro kWh aus.

Alle übrigen Produktionsweisen der Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien sind vorerst nicht betroffen und es gelten auch ab März die jetzigen Bestimmungen. Laufende Überprüfungen und Kostenberechnungen schliessen jedoch eine Änderung der gegebenen Vergütungstarife zu keinem Zeitpunkt aus.

Quelle: news.admin.ch Text: Miriam Dippe