Zukunftsprognosen über eine CO2-freie Welt

Wie sieht die Welt im Jahr 2021 aus? Die Sorge zur Erde und ihren Rohstoffen führt zur Förderung erneuerbarer Energien. Ein Zukunftsforscher, ein Historiker und ein Wissenschaftsjournalist spekulieren über die Schweiz von Morgen.

In der Welt von Morgen spielen erneuerbare Energien die Hauptrolle.
Zukunftsprognosen sehen die Welt von Morgen mit erneuerbaren Energien angetrieben.
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Die Prognosen des Zukunftsforscher Lars Thomsen klingen utopisch. «Schon in wenigen Jahren werden Elektroautos billiger als Benzinfahrzeuge sein und mit erneuerbaren Energien wie Wasser-, Wind- und Sonnenkraft angetrieben werden». Zudem werde sich das Problem mit Erdöl und Atomkraft in 520 Wochen von selbst lösen, meint der optimistisch klingende Wissenschaftler. Die Prognosen mögen unvorstellbar erscheinen, doch wer hätte vor unserer Zeit gedacht, dass die Menschheit eines Tages Informationen in Sekundenschnelle übers Internet austauschen würde, meint Thomsen dazu.

Der Historiker, Friedensforscher und Spezialist für «Peak Oil» (wenn die weltweite Erdölförderung ihr Maximum erreicht hat) und Ressourcenkriege, Daniele Ganser, hofft zwar auch, dass erneuerbare Energien in der Schweiz stark ausgebaut werden. Dennoch dämpft er die von Thomsen geweckten grossen Erwartungen an ein umweltfreundliches Leben in naher Zukunft: «Die fossilen Energieträger wie Erdöl und Erdgas dominieren zusammen mit der Atomkraft die Energieversorgung der Schweiz und der Welt». Für Ganser ist es unrealistisch zu glauben, dass die Solarenergie das Erdöl in zehn Jahren ersetzten wird. Die Energiewende wird erst eintreten, wenn der Erdölpreis drastisch steigt. Dass es dazu kommtm zweifelt Ganser nicht an, in Anbetracht dass die Erdölförderung in vielen Ländern einbreche und die Weltbevölkerung pro Jahr um 80 Millionen Menschen zunehme. Damit steigt auch der Energiebedarf der Menschheit. «In China kommen pro Monat eine Million neuer Autos auf die Strassen». In der Schweiz gibt es momentan vier Millionen Autos. Um die Umwelt und das Klima zu schützen, sieht der Historiker den Weg des sorgsamen Umgangs mit Energie als realistisch an. «Wir sollten leichtere Autos fahren, die weniger Benzin benötigen und alte Häuser sollten neu isoliert und mit Wärmepumpe, Solarthermik oder Fernheizungen geheizt werden. Dadurch könnte fast die Hälfte des Schweizer Erdölbedarfs eingespart werden».

Der Wissenschaftsjournalist und Buchautor Marcel Hänggi stimmt dem zu und ergänzt, dass wir die Klimakatastrophe nur mit einer Änderung des Lebensstils in den industrialisierten Ländern abwenden können. «Energieträger müssen rationiert werden». Lars Thomsen widerspricht dem und sieht die Lösung in der Intelligenz der Technik. «Ich vertraue der Technologie mehr als dem Bewusstseinswandel der Menschen». Thomsen denkt dabei an Smart Grids (intelligente Stromnetze, die eine Balance zwischen Stromerzeugung und –verbrauch herstellen). Die meisten Geräte des Alltags werden miteinander vernetzt sein und sich durchs Internet gegenseitig optimieren und Energie einsparen. «Es beginnt die Zeit der schlauen Maschinen und in den nächsten 30 Jahren werden wir kaum mehr CO2-Emissionen produzieren». Grosse Windparks, Solar-Kraftwerke und Pumpspeichersee liefern dafür erneuerbare Energien.

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Quelle: die-energie-bin-ich.ch