Emissionshandel im Luftverkehr: Obama stellt sich gegen die EU

Laut der Antrittsrede zu seiner zweiten Amtszeit will sich Barack Obama stärker dem Klimaschutz verpflichten. Doch nun hat er ein Gesetz unterzeichnet, das US-Airlines vor den von der EU verlangten Klimaabgaben schützt.

Emissionshandel im Flugverkehr: Obama stellt sich gegen die EU
Der Flugverkehr verursacht Treibhausgase. Foto: © Hemera / Thinkstock
  • 2

Das neue Gesetz befreit US-Airlines davon, bei ihren Flügen in und aus der EU Emissionszertifikate kaufen zu müssen. Damit erteilt Obama der EU, die den Flugverkehr zu Beginn des Jahres in den Emissionshandel* mit einbezogen hatte, eine klare Abfuhr. Statt eines Europäischen Alleingangs müsse ein internationales Abkommen gefunden werden, so das Weisse Haus laut sueddeutsche.de.

Genau aus diesem Grund hatte sich die EU vor kurzem bereit gezeigt, ihren Emissionshandel für ein Jahr auszusetzen. Die Pause soll den Konflikt, der um die CO2-Abgabe entstanden ist, entschärfen und dadurch bessere Chancen für ein globales Abkommen schaffen.

Wie ernsthaft die USA tatsächlich bereit sind, bei einer internationalen Regelung mitzuziehen, bleibt abzuwarten. EU-Klima-Kommissarin Connie Hedegaard zweifelt daran: «Obamas Klimapolitik sieht genauso aus, wie während der ersten Amtszeit», kritisierte sie über den Nachrichtendienst Twitter. Der angekündigte Wandel sei nicht erkennbar. Für die derzeitigen Klimaverhandlungen in Doha sendet Obamas Gesetz jedenfalls kein gutes Zeichen.

Quelle: sueddeutsche.de

Text: Leena Heinzelmann

Der Emissionshandel im Flugverkehr

Die EU hatte Anfang 2012 den Emissionshandel, der schon länger für bestimmte Wirtschaftszweige galt, auch auf den Flugverkehr ausgedehnt. Demnach müssen Fluggesellschaften, die in der EU landen oder von dort abfliegen, CO2-Zertifikate kaufen. Die Regulierung soll helfen, die weltweiten Emissionen zu verringern und damit den Klimawandel zu bremsen.