Der Fischratgeber von Greenpeace hängt am Kritikhaken

Zum Schutz bedrohter Fischarten veröffentlicht die Umweltorganisation jedes Jahr einen Fischratgeber. Doch die in der neusten Ausgabe gemachten Angaben zu den Fischbeständen stossen seitens unabhängiger Forscher auf Kritik.

Gefährdete Fischarten
Auf der Liste des Fischratgeber sind gefährdete und nicht gefährdete Fischarten gekennzeichnet. Foto © iStockphoto / Thinkstock
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Mit ihrem Fischratgeber will Greenpeace die bedrohten Fischarten vor der Ausrottung schützen. Deshalb werden auf der seit 2008 jährlich erscheinenden Liste bedrohte Fischarten rot verzeichnet. Diese sind laut der Umweltorganisation überfischt und sollten darum kaum oder gar nicht gegessen werden. Fischsorten, die von der Organisation zum Kauf und Verzehr empfohlen werden, sind grün markiert.

Doch nicht alle stimmen mit den im Fischratgeber angegebenen Daten überein. Vor allem der Ozeanforscher Christopher Zimmermann vom Thünen-Institut für Ostseefischerei kritisiert ihn. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung bemängelte er, dass hier beispielsweise die Scholle zu den bedrohten Fischarten zählt, nur weil beim Fang ein grosser Beifang anfällt. Laut Zimmermann habe aber das eine mit dem anderen nichts zu tun.

Auch der Fisch-Einkaufsratgeber vom WWF kommt bei den bedrohten Fischarten teils zu anderen Ergebnissen als Greenpeace. Dort werden zudem auch gelb gekennzeichnete Fischsorten angeführt und nicht nur zwischen den zwei Extremen bedrohte Fischarten und nicht bedrohte Fischarten unterschieden. Laut Zimmermann entspreche der Einkaufsratgeber des WWF insgesamt eher den anerkannten wissenschaftlichen Befunden. Wer beim nachhaltigen Fischkonsum auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich im Zweifel jedoch immer an die in beiden Ratgebern als nicht bedroht gekennzeichnete Fischarten halten.

Quelle: sueddeutsche.de

Text: Katharina Kehler