COP23 bringt nur langsame Bewegung in den globalen Klimaschutz

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Mit diversen Plänen, aber wenig konkreter Umsetzung endete die Klimakonferenz COP23 in Bonn. Vieles wurde auf nächstes Jahr vertagt, aber einige wichtige Entscheidungen wurden getroffen.

COP23: Die Klimakonferenz vertagt vieles auf nächstes Jahr
Gemeinsame Eröffnung UNFCCC Länder-Side Events von Costa Rica mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Foto: © Sascha Hilgers / BMUB / Flickr

Beim COP23 kamen die Verhandlungspartner gewohnt schleppend voran. An den zweiwöchigen Verhandlungen besprachen die teilnehmenden Länder unter anderem, wie der Kohlendioxid-Ausstoss der einzelnen Staaten gemessen werden soll. Festgelegt wird dies aber erst beim COP24 im polnischen Kattowitz.

Doch der COP23 erbrachte auch einige konkrete Entscheidungen:  

  • Dem Kohleausstieg schlossen sich insgesamt 19 Staaten sowie Bundesstaaten aus den USA und Kanada an. Darunter sind: Angola, Belgien, Costa Rica, Dänemark, Fidschi, Finnland, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Marshallinseln, Mexiko, die Niederlande, Neuseeland, Österreich, Portugal und die Schweiz.

Die Gemeinschaft soll jedoch noch weiter zunehmen. «Wir hoffen, dass unsere globale Allianz nächstes Jahr auf 50 Mitglieder angewachsen sein wird», erklärte dazu Grossbritanniens Umweltministerin Claire Perry gegenüber dem SPIEGEL.

  • Unter der Leitung von Fidschi und Polen wird im kommenden Jahr der sogenannte Talanoa-Dialog geführt. Dieser soll die Vertragsstaaten zu ehrgeizigem Handeln für den Klimaschutz und zur Einhaltung der Pariser Verträge motivieren. Dafür werden Beiträge aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammengefasst. Zum Schluss gibt es eine Bestandsaufnahme.

Reicht das Tempo für den Klimaschutz?

Wie dringend der Klimaschutz gewährleistet werden muss, zeigt unter anderem die Petition «Warnung an die Menschheit», die von 15’000 Forschern unterschrieben wurde. Sie ruft zum schnellen Handeln im Umweltschutz auf. Auch wurde neulich in einer Studie bekanntgegeben, dass die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre alleine von 2015 bis 2016 um 2.5 Prozent stieg statt wie geplant zu sinken. Vor 800'000 Jahren wurde dieser Rekord zum letzten Mal gebrochen.

Daher stellt sich die Frage, ob das langsame Tempo der Verhandlungen beim COP23 den drohenden Klimaveränderungen überhaupt noch nachkommen kann. Die Pariser Ziele von maximalen 2 Grad Temperaturanstieg scheinen somit immer schwerer zu schaffen sein.

Selbst straffe Klimaziele retten die Schweizer Gletscher nicht mehr

Die Gletscher in der Schweiz schmelzen im Rekordtempo dahin. 90 Prozent des ewigen Eises sollen hierzulande bereits bis 2100 verschwinden. Was durch die Erderwärmung sonst noch auf uns zukommen kann, zeigt der Beitrag «Wie sich der Klimawandel auf die Schweiz auswirkt».

Text: Kalya Koltes

Quelle: spiegel.de, cop23.de, welt.de, n-tv.de