CO2: Nutzbarer Rohstoff statt schädliches Klimagas

Als klimaschädliches Gas hat CO2 einen schlechten Ruf. Doch weltweit arbeitet die Industrie daran, den Klimakiller sinnvoll zu nutzen. Statt in die Atmosphäre zu entweichen, dient CO2 als Basis für Kunststoffe, Chemikalien und Kraftstoff. Ist das die Lösung für das globale Klimaproblem?

CO2 als Rohstoff für Kunststoffe
Mit Hilfe eines Katalysators wird CO2 in einen Rohstoff eingebunden. Foto: © Bayer MaterialScience AG
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Von Matratzen über Kühlschrank-Fächer bis zu Folien, CO2 könnte sich vielseitig verwenden lassen. In Forschungsabteilungen und Laboren werden immer mehr Materialien auf Basis des Klimagases entwickelt. Dabei hat CO2 einen entscheidenden Vorteil: Es ist im Überfluss vorhanden. Bisher setzt die Chemieindustrie zur Herstellung von Plastik oder Medikamenten auf das knapper werdende Erdöl. Rund zehn Prozent der Mengen Erdöl, die jährlich gefördert werden, fliessen in die Chemieindustrie. An diese Stelle könnte CO2 treten, so die Hoffnung. Ob sie sich erfüllt, lässt sich bisher nicht abschätzen. «Wir stehen noch ganz am Anfang dieser Entwicklung», sagt Christoph Gürtler vom deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen Bayer gegenüber spiegel.de.

Der Umwelt würde es zu Gute kommen, wenn künftig CO2 statt Erdöl verwendet würde. Denn Kohlendioxid, das in Kunststoff gebunden ist, treibt die Erderwärmung nicht weiter voran.

Eine Lösung für den weltweiten CO2-Überschuss kann die Chemieindustrie aber trotzdem nicht bieten. Dafür ist der globale CO2-Ausstoss zu gross, wie das Beispiel EU zeigt: Selbst wenn alle 27 Länder ihren Bedarf an Kohlenstoff aus CO2 decken würden, entspräche das nur rund 5,5 Prozent ihres CO2-Ausstosses. CO2 als Rohstoff zu verwenden kann somit das Klima nicht retten. Ein kleines Plus für den Klimaschutz ist es trotzdem.

Quelle: spiegel.de, focus.de, bayer.de

Text: Leena Heinzelmann