CO2-Ausstoss auf Rekordhoch: Experten kritisieren Tatenlosigkeit

Trotz erster Bemühungen, die den Klimawandel aufhalten sollen, steigt die Menge an ausgestossenem CO2 kontinuierlich weiter. Experten bemängeln die träge Handelsbereitschaft der Weltregierungen und fordern eine endgültige und schnellere Umstellung auf CO2-freie Energien.

Rekordhoch bei CO2-Ausstoss: Experten warnen vor Folgen
Noch immer steigt unser CO2-Ausstoss weiter an, statt zu sinken. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Weltweit konnte im Jahr 2012 ein Treibhausgasanstieg von 1,4 Prozent vermerkt werden. Die damit insgesamt 31,6 Milliarden Tonnen CO2 sind ein neues Rekordhoch, heisst es im aktuellen Report der Internationalen Energieagentur (IEA). «Wenn wir so weitermachen, wird sich die Erde noch stärker erwärmen als befürchtet. Das wäre ein Desaster», erklärt Fatih Birol, Chefökonom der IEA, gegenüber sueddeutsche.de. Ginge es so weiter könnte die 2-Grad-Marke bereits innerhalb der nächsten Jahre geknackt werden, womit die «gefährliche Schwelle» des Klimawandels überschritten wäre, warnt der Experte.

Laut Birol sollte jetzt gehandelt werden, denn je länger gewartet würde, desto teurer und unbeherrschbarer würde der Kampf gegen den Klimawandel und dessen Folgen. Die internationale Politik beteuere zwar immerzu etwas für den Klimaschutz machen zu wollen, unternehme aber doch nicht genügend oder lehne eine Verschärfung des europäischen Emissionshandels ab, klagt Birol.

Aus diesem Grund fordert die IEA, das Regierungen endlich aktiver werden. Insbesondere die Energiebranchen, die für zwei Drittel der weltweiten Treibhausgase verantwortlich seien, werden dazu aufgefordert fossile Energieträger konsequenter und schneller durch emissionsfreie zu ersetzen. Denn nur so könne noch etwas bewirkt werden.

Hintergrundinfos zur IEA

Die Internationale Energieagentur berät 28 Regierungen in punkto Energiefragen. Die Agentur gehört zudem zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), welche bereits entwickelte Länder repräsentiert. Interessanterweise verursachen gerade die entwickelten und beratenen Länder rund 40 Prozent der weltweiten Emissionsmenge.

Die Hauptursachen für den hohen CO2-Wert sieht Birol unter anderem im starken Wirtschaftswachstum Chinas und im Atomausstieg Japans.

 

Quelle: sueddeutsche.de, Text: Katharina Kehler