Klare Ziele für mehr Biodiversität müssen formuliert werden

In Kürze soll der Bundesrat die seit Jahren überfällige Biodiversitätsstrategie für die Schweiz beschliessen und anschliessend in einem Aktionsplan konkretisieren. Im Workshop wurden Modelle und Vorschläge für die Umsetzung der Strategie diskutiert.

Die Biodiversität in der Schweiz soll erhalten und auch gefördert werden.
Die Biodiversität in der Schweiz soll erhalten und auch gefördert werden. Foto: © natur.ch
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Die Leitung der Disskusion im Workshop «Biodiversitätsstrategie und Aktionsplan: «Nagoya konkret»» übernahm Mirjam Ballmer von Pro Natura und Werner Müller von SVS/BirdLife Schweiz. Drei Inputreferate leiteten die Diskussion ein: Die Erfahrungen von Ulrich Stöcker von der Deutschen Umwelthilfe aus der Nationalen Biodiversitätsstrategie Deutschlands von 2007 zeigen, dass die Umsetzung genügend Personal und Finanzkapazitäten, regelmässige Berichtspflichten und einen transparenten Dialogprozess braucht. Aus der Sicht der Konferenz der kantonalen Beauftragten für Natur- und Landschaftsschutz KBNL betonte Urs Kuhn die Bedeutung einer koordinierten Steuerung der Umsetzung der Biodiversitätsstrategie durch die kantonalen Fachstellen als Kompetenzzentren und stellte den Ressourcenbedarf dar. Isabel Specker stellte das Engagement der Wirtschaft am Beispiel des Migros Genossenschaftsbundes vor und setzte den Akzent bei den freiwilligen Aktivitäten der Unternehmen.

Die angeregte Diskussion konzentrierte sich nach einer breiten Themensammlung zuerst auf die Frage, weshalb die bisherigen gesetzlichen Grundlagen nicht die nötige Wirkung erzielten. Das Problembewusstsein zum Zustand der Biodiversität in der Schweiz muss stark erhöht werden. Es braucht bei der Erarbeitung des Aktionsplanes genügend Ressourcen (Personal und Finanzen), und klare Ziele müssen den Zielerreichungsgrad sichtbar machen. Die Beschaffung der nötigen Mittel und der Einbezug der Sektoren waren weitere Schwerpunkte. Die Diskussion zeigte das grosse Interesse der aus den unterschiedlichsten Sektoren kommenden Teilnehmenden am Aktionsplan Biodiversität. Es liegt an den Verantwortlichen des Bundes, dieses Wissen und Engagement nun zielgerichtet zu nutzen.

Quelle: NATUR