Atomenergie: Alle Schweizer AKW abgeschaltet

Alle vier Atomkraftwerke sind seit Sonntagabend in der Schweiz vom Netz. Engpässe beim Strom wird es dank voller Stauseen keine geben.

Atomkraftwerke: Alle Reaktoren abgeschaltet
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Das Kernkraftwerk Gösgen steht seit vergangener Nacht wegen eines Lecks im nichtnuklearen Turbinenkreislauf still. Für die Umwelt besteht gemäss Angaben des ENSI keinerlei Gefahr, weil radioaktive Stoffe nicht nach aussen gelangten. Für die Reparatur der Leckage wurde die Anlage deshalb heruntergefahren.

Da die restlichen AKW in der Jahresrevision sind, kommt die Schweiz somit derzeit völlig ohne Atomstrom aus. Der warme Sommer hat die Stauseen randvoll mit Schmelzwasser gefüllt, weshalb auch kein Strom vom Ausland importiert werden muss. Im Gegenteil: Das Land exportiert zurzeit sogar noch mehr Strom, als es vom Ausland einkauft.

Auch wenn erstmalig seit Inbetriebnahme eines AKW in der Schweiz alle Reaktoren runtergefahren sind, von Dauer kann die Situation momentan nicht sein. Nach der Revision müssen die AKW wieder ans Netz, um die sich leerenden Stauseen zu entlasten.

AKW gehen eigentlich nacheinander in Revision

Seit letzten Freitag produziert Block 2 des AKW Beznau keinen Strom mehr. Grund sind Revisionsarbeiten, bei denen der Deckel des Reaktordruckbehälters ausgewechselt wird. Diese dauern noch ungefähr vier Monate an. Auch die Kernkraftwerke Leibstadt und Mühleberg sind für eine alljährliche Revision vom Netz.

Gösgen sollte eigentlich erst später in die Revision gehen. Durch das Leck wurde es nun aber frühzeitig abgeschaltet.

Quellen: Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI, 20 Minuten, SRF