Asoziale Fische durch Psychopharmaka im Abwasser

Flüsse in der Nähe von Kläranlagen können mit Spuren von Psychopharmaka belastet sein. Die Wirkung der Arzneien macht sich nun bei Fischen aus diesen Gewässern bemerkbar.

Flussbarsch
Ein Mittel gegen Angstzustände lässt Flussbarsche asozialer werden. Foto: © Hemera / Thinkstock
  • 32

Nach einer vom US-Magazin Science publizierten Studie wirken sich bestimmte Psychopharmaka negativ auf das Verhalten von Flussbarschen aus. Die Medikamente gelangen über menschliche Ausscheidungen in das Abwasser. Selbst geringe Mengen eines untersuchten Mittels gegen Angstzustände, die nach der Klärung im Wasser enthalten blieben, machten diese Fische asozialer. Die sonst gemeinschaftsorientierten Barsche isolierten sich von ihrem Schwarm, da sie durch das Medikament furchtloser wurden. Sie setzten sich somit einer grösseren Lebensgefahr aus.

Die Studien beruhen auf den Messungen in schwedischen Flüssen, die von den Forschern der Universität Umea unterhalb von Kläranlagen durchgeführt wurden. Wissenschaftler sind der Meinung, dass auch andere Medikamente, wie beispielsweise das in Antibabypillen enthaltene Hormon Östrogen, Auswirkungen auf die Umwelt haben. Das Hormon kann männliche Fische verweiblichen, so dass sie darauf statt Sperma Fischeier produzieren.        

Quelle: welt.de

Text: Katharina Kehler