Artenschutz: EU zwingt Frankreich Tunnel für Hamster zu buddeln

Feldhamster sind in Frankreich in den vergangenen Jahren zu einer echten Seltenheit geworden. Jetzt startet das Land ein Wiederansiedlungs-Projekt, das die Population der freilebenden Hamster stabilisieren soll. Doch das stösst nicht bei allen auf Zuspruch.

Artenschutz: EU zwingt Frankreich Tunnel für Hamster zu buddeln
Die kleine putzigen Nager waren 2007 auf französischen Feldern kaum noch zu finden. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Während über zehntausend Feldhamster in den 60er Jahren noch als wahrer Bauernschreck galten, zählen sie heute zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. 2007 registrierte die EU-Kommission laut welt.de im Elsass nur noch 180 freilebende Feldhamster.

Nun sollen die kleinen Nager innerhalb eines Wiederansiedlungsprogramms, das vom staatlichen Forstamt und der Naturschutzorganisation Sauvegarde Faune Sauvage (Schutz für Wildtiere) initiiert wird, etwa 20 Kilometer von Strassburg neuangesiedelt werden.

Proteste gegen die Wiederansiedlung der Hamster

Vor allem Landwirte sprachen sich gegen die Wiederansiedlung der Feldhamster aus, da sie um ihre Ernte fürchten. Aber auch die Regierung konnte sich anfangs nicht  für das Projekt erwärmen. Das Engagement folgte erst nach einer Verurteilung und Androhung eines hohen Zwangsgeldes durch die EU-Kommission. Des Weiteren beschwerten sich 50 umliegende Gemeinden darüber, dass das Projekt Baugenehmigungen erschwere, so welt.de.

Die Gefahr, dass die Nager sich zu einer Überpopulation entwickeln bestünde laut Umweltschützern aber nicht. Die intensive Landwirtschaft und deren Maismonokulturen wurden dies verhindern, heisst es weiter.

Zum Bauprojekt für die Feldhamster

Jeder Hamster bekam im Zuge dieses Projektes einen kleinen ausgegraben Bau zur Verfügung gestellt. Das Siedlungsgebiet wird zudem durch Elektrozäune und dichten Pflanzenwuchs vor Füchsen und Raubvögeln geschützt. Die Bemühungen fruchteten auch schon, denn Anfang 2013 konnten bereits 319 bewohnte Baue ausgemacht werden. Das Projekt strebt einen Mindestbestand von 1500 Hamstern an.

 

Quelle: welt.de

Text: Katharina Kehler