Billig um jeden Preis: Discounter verletzen Arbeitsrecht massiv

Die Kampagne für saubere Kleidung (Clean Cloth Campaign, kurz CCC) hat anhand von Recherchen massive Arbeitsrechtsverletzungen in der Textilproduktion von Zulieferbetrieben in Bangladesh offen gelegt. Seit bereits fünf Jahren macht die Kampagne auf die widrigen Bedingungen der Angestellten von Zulieferbetrieben der europaweit tätigen Discounter Aldi, Lidl und KiK aufmerksam, mit wenig Erfolg, wie die Ergebnisse zeigen.

Massive Arbeitsrechtsverletzungen bei Aldi, Lidl und KiK.
Arbeitsrechtsverletzungen stehen auf der Tagesordnung. Foto: © sauberekleidung.de
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Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und Arbeitsrechtsverletzungen gehören nach wie vor zum Alltag der Näherinnen in Zulieferfabriken in Bangladesh, China, Indien oder anderen Billiglohnländern. Die Untersuchung der Kampagne für saubere Kleidung, die in einer Zulieferfabrik in Bangladesh mit 162 Befragten durchgeführt wurde, kam zu ernüchternden Ergebnissen.

Fehlende Arbeitsverträge, nicht korrekt bezahlte Überstunden wegen Produktionsdruck, Unterbindung einer gewerkschaftlichen Organisation, Diskriminierung oder gar sexuelle Misshandlung der Frauen sind das Ergebnis von CCC.

Doch erwecken diese Massnahmen den Anschein von Schönfärberei, da sie kaum zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben beitragen. CCC musste die aktuelle Umfrage in einer Zulieferfabrik von Aldi zum Schutz der Arbeitnehmer abbrechen, da diesen sonst Entlassung oder Misshandlung gedroht hätte.

Quelle: sauberekleidung.de; Text: Miriam Dippe