Nach Skandal in Deutschland: Antibiotika-Poulet auch in der Schweiz?

Die Schweiz als grosser Importeur deutschen Fleisches sorgt sich um sein Poulet, nachdem in Deutschland bei einem Test 11 von 20 untersuchten Fleischprodukten lebensbedrohliche und antibiotikaresistente Bakterien enthielten. Der Verzehr von Schweizer Pouletfleisch ist jedoch weiterhin unbedenklich.

Poulet ist oft mit Antibiotika behandelt.
Pouletfleisch ist oft mit Antibiotika behandelt. Foto: © victoria p. - Fotolia.com
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Eine Untersuchung in deutschen Supermärkten ergab, dass 11 von 20 getesteten Fleischprodukten potentiell lebensbedrohliche Bakterien aufwiesen, die gegen Antibiotika resistent sind. Da die Schweiz jährlich ungefähr 12.000 Tonnen von dem deutschen Poulet-Fleisch in Supermärkten verkauft, ist es gut möglich, dass auch hierzulande Teile von dem verseuchten Fleisch auftauchen.

Poulet, das antibiotikaresistente Bakterien enthält ist bedenklich, weil bei einer Infektion mit diesen Keimen die Bakterien nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden können. Unter Umständen kann dies einen tödlichen Verlauf nehmen. Bisher sind in der Schweiz jedoch noch keine Infektionen bekannt, die von antiobiotikaresistenten Bakterien herrühren.

Wer nun deutsches Poulet bereits gekauft hat, muss dieses auch nicht wegwerfen. Das Fleisch ist nur im rohen Zustand bedenklich, denn durch das starke Erhitzen werden die gefährlichen Keime abgetötet. Allerdings empfiehlt es sich, Schweizer Poulet zu kaufen, denn die Schweizer Qualitätsstandards sorgen für eine hohe Sicherheit.

Schon im November 2011 machte das Pouletfleisch in Deutschland Schlagzeilen, nachdem bei einer Untersuchung aller Hähnchenmastbestände im Bundesland Nordrhein-Westfalen herauskam, dass 96 Prozent des Geflügels Antibiotika verabreicht worden war.

Quelle: 20minuten, focus.de; Text: Miriam Dippe