Fruchtbare Böden statt nährstoffarmer Naturwiesen

Unter dem Titel «Wachsende Ansprüche auf fruchtbare Böden» beleuchtete der von Pro Natura und SWISSAID organisierte Workshop den globalen Wettlauf um Ackerland sowie internationale Regelungen zur Landnutzungspolitik.

Nnimmo Bassey aus Nigeria, Präsident von Friends of the Earth International und Träger des Alternativen Nobelpreises, spricht am Workshop «Wachsende Ansprüche auf fruchtbare Böden».
Nnimmo Bassey aus Nigeria, Präsident von Friends of the Earth International und Träger des Alternativen Nobelpreises, spricht am Workshop «Wachsende Ansprüche auf fruchtbare Böden». Foto: © natur.ch
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Tina Goethe von SWISSAID zeigte auf, dass es vor allem die internationalen Firmen und Investitionsfonds sind, die Ackerland als profitables Anlagefeld entdeckt haben. Produziert werden Agrarrohstoffe für den Export. Die Auswirkungen für die lokale Bevölkerung sind gravierend. Sie verlieren nicht nur ihre Felder. Auch das Wasser wird für die Exportproduktion umgeleitet. Das geht auf Kosten der Wasserversorgung in den Dörfern sowie der Bewässerung der eigenen Felder.

Alexandre Ghelew von der DEZA lieferte die Zahlen zum Thema: 200 Millionen Hektaren Agrarland haben laut einer neuen Studie seit 2000 den Besitzer bzw. Pächter gewechselt. Gut 60 Prozent gehen auf das Konto der Agrotreibstoffe. Die  DEZA engagiert sich für die Umsetzung der «Voluntary Guidelines on the Responsible Governance of Tenure of Land, Forests and Fisheries». Sie will auch international aktive Unternehmen und Investoren weiter einbeziehen.

Nnimmo Bassey aus Nigeria, Präsident von Friends of the Earth International und Träger des Alternativen Nobelpreises, berichtete, wie in Nigeria vor allem die Erdölförderung den Bauerngemeinschaften ihr Land entzieht. Er setzt wenig Hoffnung auf Lösungen seitens der internationalen Staatengemeinschaft, denn auch dort stünden die wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund. Und sie bestimmen, wie die Realität vor Ort interpretiert wird: Galt Afrika lange als überbevölkert, heisst es nun, es sei unterbevölkert. Und es gäbe noch viel ungenutztes Land, das mit der Produktion von Agrargütern in Wert gesetzt werden solle. Doch wer zieht den wirtschaftlichen Nutzen aus dem Land? Einmal mehr gehen diese Werte in die reichen Länder, und die lokale Bevölkerung geht leer aus. Um dieser Landnahme Einhalt gebieten zu können, muss vor allem auch vor Ort informiert werden.

Quelle: NATUR

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