Nur bei Zara stossen Schreie der Angorakaninchen auf taube Ohren

Infolge eines schockierenden Videos über die Produktion von Angora-Wolle nahmen viele Modehäuser Kleidung mit Angora-Anteil aus dem Sortiment und stoppten die Produktion. Nur die Kleidungskette Zara lässt die Tierquälerei kalt.

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Angora: Trotz brutaler Quälerei der Kaninchen ändert Zara nichts

Angorakaninchen werden in China oft gerupft. Dabei kann man sie auch kämmen oder scheren, um Angora zu gewinnen. Foto: iStock / Thinkstock

In dem Video der Tierschutzorganisation Peta wird gezeigt, wie lebendige Angorakaninchen in China auf Streckbänke aufgespannt und unter qualvollen Schreien brutal gerupft werden. Als Reaktion darauf verzichten viele Modehäuser wie H&M, C&A und Asos auf Kleidung mit Angora-Anteil bis die komplette Transparenz sichergestellt werden kann. Dafür sollen die Produktionsfarmen und die Zulieferer schärfer kontrolliert werden.

Trotz Schockvideo: Zara produziert weiterhin mit Angora

Die spanische Modekette Zara hält das Video aber nicht davon ab, weiter mit der Angorawolle zu produzieren. Das Label verteidigt seinen Entschluss damit, dass alle Produzenten angeschrieben worden seien, um die Herkunft der Angorawolle zu klären: «Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass wir auf die Einhaltung unserer Regeln achten», so die wenig aufschlussreiche Aussage von Zara gegenüber 20 Minuten.

Facts zur Produktion von Angora

  • Etwa 90 Prozent der weltweit vertriebenen Angorawolle stammt aus China. Da die Hersteller nicht dazu verpflichtet sind, die Haltungsumstände der Angora-Kaninchen auf den Etiketten anzugeben, gibt es keine Garantie für eine tiergerechte Produktion. Deshalb rät Peta dazu, keine Kleidung zu kaufen auf deren Etikett «Angora» aufgelistet ist.
  • In der Schweiz und in Deutschland werden die Angorakaninchen geschoren oder gekämmt. Schweizer Zuchtfarmen gibt es heute aber nur noch wenige.

 

Quellen: peta.de, 20min.ch, angorakaninchen.ch; Text: Petra Zölle