Airbnb-Tourismus soll in der Schweiz fairer werden

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Bei der Wohnungsvermietung auf Airbnb zahlen die Gastgeber kaum Kurtaxen. Dabei käme das Geld der Umwelt zugute. Eine schweizweite Lösung soll helfen.

Airbnb-Tourismus soll in der Schweiz fairer werden
Foto: © martin-dm / E+/ Gettyimages

Bei den Touristen ist Airbnb immer beliebter: In den Ferien ein Zimmer oder ein Wohnungen zu mieten statt ins Hotel zu gehen, ist meist günstiger und spannender, weil man in Kontakt mit den Einheimischen kommt und so manchen Geheimtipp erhält.

Airbnbs sind nicht nur bei Touristen beliebt, sondern auch bei den Vermietern, weil sie so leerstehende Zimmer oder Wohnungen vermieten können. Gerade in ländlichen Regionen sorgen die Vermieter damit für weniger «kalte Betten».

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille, denn für touristische Städte kann Airbnb auch negative Folgen haben.

Airbnb-Tourismus offenbart seine Schattenseiten

So hat Palma de Mallorca die Vermietung von Privatwohnungen via Airbnb verboten. Die städtische Regierung will damit den steigenden Mietpreisen und der Verknappung des Wohnraums den Kampf ansagen. Auch hierzulande sorgt Airbnb für gemischte Gefühle.

Touristen sollen Infrastruktur mitfinanzieren

In der Schweiz sind nicht unbedingt der knappe Wohnraum oder steigende Mietpreise das grösste Problem, sondern viel mehr die Kurtaxen: Anders als in Hotels oder auf Campingplätzen werden bei Airbnb-Deals die Kurtaxen, die jeder Tourist pro Tag zahlen muss, kaum verrechnet.

Airbnb-Tourismus soll in der Schweiz fairer werden

Foto: © piovesempre / iStock / Getty Images Plus

Dabei ist das Zahlen einer Kurtaxe nur fair, denn das Geld wird unter anderem für den Unterhalt öffentlicher Güter, also zum Beispiel Wanderwege, öffentliche Toiletten oder Grünanlagen verwendet.

Schweizweite Lösung gefordert

Wie der «Tagesanzeiger» berichtet, fordert Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer nun eine gesamtschweizerische Lösung für das Einziehen von Taxen für Gäste in Airbnb-Wohnungen.

Ziel: Ein automatisiertes Verfahren, bei dem die Kurtaxe direkt bei den Gastgebern auf Airbnb eingezogen und an die zuständigen Tourismusbüros weitergeleitet wird.

Der Kantone Zug hat eine solche Einigung erzielt - eine ähnliche hat Baselland.  Gemäss «Tagesanzeiger» führen offenbar die Kantone Tessin, Freiburg und Genf Gespräche mit Airbnb.

Laut dem Unternehmen selber wurde dieses Kurtaxen-System weltweit bereits in 370 Ferienorten lanciert. Man wolle so zum verantwortungsbewussten Tourismus beitragen. Zudem sollen dadurch Gastgeber und Verwaltungen entlastet werden, heisst es seitens Airbnb.

Bundesrat will Vermietung in der Schweiz vereinfachen

Auch in Bundesbern hat es Airbnb auf die Agenda geschafft. Der Bundesrat hat im März eine Änderung des Mietrechts in die Vernehmlassung geschickt. Vermieter sollen auf Buchhungsplattformen ihre  Wohnungen einfacher anbieten können.

Konkret: Der Vermieter beziehungsweise Wohnungsbesitzer soll nicht jedes Mal sein Einverständnis geben müssen, wenn der Mieter seine Wohnung untervermieten möchte.

Heute muss jede Untervermietung - egal wie kurz oder lang - vom Vermieter erlaubt werden. Die Vernehmlassung dauert noch bis 3. Juli.

Quellen: Tagesanzeiger, Handelszeitung.

Autor: Redaktion nachhaltigleben.ch, am 11. Mai. 2018