Abgastests an Affen und Menschen: Was sollten sie herausfinden?

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Eine von VW, BMW und Daimler gegründete Forschungsgruppe hat die Wirkung von Abgasen auf Tiere getestet. Damit sollte gezeigt werden, wie sauber die Autos sind. Die Versuche an Menschen hatten aber offenbar einen anderen Grund.

Abgastests an Affen und Menschen: Was sollten sie herausfinden?
Foto: © gabort71 / iStock / Thinkstock

Zuerst kam nur ans Licht, dass die von Autokonzernen aufgestellte Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT) Versuche an Affen durchgeführt hatte, bei denen sie den Abgasen verschiedener Autos ausgesetzt wurden. Die New York Times hatte erstmals darüber berichtet.

Dem Bericht zufolge dienten die Untersuchungen dem Zweck, zu beweisen, dass neue Dieselautos sauberer sind als ältere Modelle. Dafür sollen 10 Affen jeweils 4 Stunden lang den Schadstoffen eines VW Beetle ausgesetzt worden sein. 

Auch an Menschen wurde getestet – allerdings wohl nicht für die Autoindustrie

Wenige Tage später als die Studie mit den Affen wurde zudem bekannt, dass Menschen zu Forschungszwecken als gefährlich geltenden Stickoxiden ausgesetzt wurden. 25 Probanden am Universitätsklinikums Aachen atmeten dafür über mehrere Stunden hinweg die Schadstoffe ein. Anschliessend wurden die Effekte unter anderem auf ihr Blut, Nasensekret und ihre ausgeatmete Luft getestet.

Die Tests sollten herausfinden, welche Effekte die eingeatmeten Schadstoffe auf die Gesundheit der Probanden hatten. Laut den Ergebnissen konnten jedoch bei den gesunden Testpersonen keine signifikanten Auswirkungen auf die Lungenfunktion oder die Zellen festgestellt werden (vrgl. Studie).

Allerdings sollen die Tests nicht für die Autoindustrie durchgeführt worden sein. Wie unter anderem der Spiegel mit Berufung auf eine Stellungnahme der Uniklinik RWTH Aachen berichtet, sollten die Untersuchungen der «Optimierung der Arbeitssicherheit» dienen. Man habe herausfinden wollen, ob die bisherigen Grenzwerte für eine maximal zulässige Konzentration an Stickoxiden am Arbeitsplatz sinnvoll sind.

Einen Zusammenhang zum Abgasskandal soll es dabei nicht geben. Zudem erklärt die Uni Aachen, dass die Untersuchungen von der Ethikkommission zuvor abgesegnet wurden und die festgelegten Grenzwerte für Menschen bei den Tests nicht überschritten wurden.

Mehr zu den Hintergründen sowie den Konsequenzen der Tests an Affen und Menschen lesen Sie unter anderem unter spiegel.de und sueddeutsche.de.

29. Januar 2018