Die Schweiz zählt zu den grössten Abfallsündern weltweit

Von 34 Industriestaaten produziert die Schweiz am drittmeisten Abfall. 712 Kilogramm Müll wirft jeder hierzulande pro Jahr weg. Insgesamt liegt die Schweiz aber bei der Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele trotzdem weit vorne.

Abfall in der Schweiz: Wir produzieren weltweit mit am meisten
Foto: © Manuel Faba Ortega / iStock / Thinkstock
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Nur die USA (725 Kilo) und Dänemark (751 Kilo) übertreffen den Abfallberg der Schweizer, wie eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung mit 34 OECD-Ländern zeigt. Von Estland mit dem wenigsten Müll pro Jahr (293 Kilo) ist man in der Schweiz weit entfernt. Gründe für die hohe Menge an Abfall hierzulande sind mitunter der Wohlstand und der damit verbundene, anfallende Elektroschrott.

Die internationale Studie ist ein erster Stresstest für das UN-Nachhaltigkeitsversprechen, das Ende September von den reicheren Industriestaaten unterzeichnet werden soll. Die Ministerien der jeweiligen Länder verpflichten sich, die 17 festgehaltenen Ziele bis 2030 zu erreichen. Bereits auf einem guten Weg zur Erfüllung befinden sich gemäss den Forschern der Bertelsmann Stiftung die vier skandinavischen Länder, gefolgt von der Schweiz auf Platz 5 und Deutschland. Nicht so gut schneiden Mexiko, die Türkei und Ungarn ab.

Top bei der effizienten Energienutzung, Flop bei der Lohngleichheit

Sowohl die Schweiz als auch Deutschland müssen etwas gegen die Feinstaubbelastung in den Städten unternehmen, wonach beide Staaten die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation überschreiten. Die Forscher fanden heraus, dass drei von zehn Schweizern unter der verschmutzten Luft leiden. Ebenfalls verbesserungswürdig im Vergleich zu den OECD-Ländern sind hierzulande die soziale Gerechtigkeit z. B. bei der Lohngleichheit von Frauen und Männern sowie die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft.

Obwohl die Schweiz viel Abfall produziert, gehört sie zu den führenden Recycling-Ländern. Ebenfalls einen guten Job macht die Schweiz in der Nutzung des Energiesektors, wobei auch erneuerbare Ressourcen effizient ausgeschöpft werden. Auch der Schutz und die Förderung der Biodiversität sowie die gute gesundheitliche Fürsorge werden von der Studie gelobt. Im Schnitt verbringt ein Schweizer 72 Jahre bei voller Gesundheit, nur drei Jahre weniger als bei Japanern, die mit der höchsten Lebenserwartung trumpfen.

Quellen: Bertelsmann Stiftung, Handelszeitung, 20 Minuten; Text: Christian Gmür

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