10 Jahre Festival der Natur: Die Schweiz feiert die Biodiversität vor der Haustür Theresa Keller Vom 20. bis 25. Mai 2026 steht die Schweiz ganz im Zeichen der Artenvielfalt. Zum zehnten Mal lädt das Festival der Natur dazu ein, die heimische Flora und Fauna hautnah zu erleben. Mit rund 750 Veranstaltungen im ganzen Land wird Biodiversität greifbar: im Wald, auf wilden Wiesen, in Gärten, Parks und mitten im Siedlungsraum. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken © Festival der Natur Unsere biologische Vielfalt ist Lebensgrundlage und Naturschatz zugleich, doch sie steht unter Druck. Umso wichtiger ist es, das Bewusstsein für ihren Schutz zu stärken. Genau hier setzt das Festival der Natur an. Sechs Tage lang verwandelt sich die Schweiz in eine Erlebniszone für Naturbegeisterte, Familien und alle, die es werden wollen. Ein besonderer Höhepunkt fällt mitten in die Festivalwoche: Am 22. Mai 2026 wird der Internationale Tag der Biodiversität gefeiert. Damit erhält das Thema Artenvielfalt zusätzliche Aufmerksamkeit. Natur erleben und Biodiversität verstehen Hinter dem Festival stehen gut 300 Organisationen aus den Bereichen Naturschutz, Verwaltung, Tourismus, Freizeit und Landwirtschaft. Sie alle verfolgen ein gemeinsames Ziel: Menschen wieder näher an die Natur heranzuführen. «Das Festival der Natur bringt Menschen in die Natur und zeigt, wie faszinierend und wertvoll unsere Artenvielfalt ist», erklärt August Pfluger, Geschäftsführer des Trägervereins. «Gerade im Jubiläumsjahr möchten wir möglichst viele Menschen dazu einladen, die Natur in ihrer Umgebung zu entdecken und ein stärkeres Bewusstsein für den Schutz der Biodiversität zu entwickeln.» Das Angebot ist riesig: Von geführten Exkursionen und Vorträgen über Mitmachaktionen für Kinder bis hin zu echten Naturabenteuern ist für jeden Geschmack etwas dabei. Biodiversität im Siedlungsraum: Natur beginnt vor der Haustür Ein wichtiges Thema vieler Veranstaltungen ist die Biodiversität im Siedlungsraum. Denn Natur findet nicht nur im abgelegenen Nationalpark statt. Gärten, Parks, begrünte Hinterhöfe, Schulareale und Balkone können wertvolle Trittsteinbiotope und Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten sein. Viele Veranstaltungen zeigen praxisnah, wie eine biodiversitätsfreundliche Gestaltung im Alltag gelingt und wie du auf dem eigenen Balkon, im Garten oder im Quartier einen Beitrag leisten kannst. Ein besonderes Highlight im Rahmen dieses Themenschwerpunkts ist das Programm «Bonjour Nature» von Pro Natura. Rund 50 naturnah gestaltete Privatgärten, darunter auch Schmetterlingsgärten, öffnen während des Festivals ihre Tore für Besucherinnen und Besucher. Die Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer geben Einblick in ihre Arbeit und zeigen, dass selbst kleine Flächen zu wertvollen Oasen der Artenvielfalt werden können. Ökologische Infrastruktur und invasive Neophyten Neben dem unmittelbaren Naturerlebnis greift das Festival auch aktuelle ökologische Herausforderungen auf. Dazu gehören invasive Neophyten, die heimische Arten verdrängen können, sowie die ökologische Infrastruktur. Die ökologische Infrastruktur bezeichnet ein schweizweites Netzwerk aus wertvollen Lebensräumen, Schutzgebieten und Vernetzungsflächen. Sie soll dazu beitragen, die Artenvielfalt langfristig zu erhalten und Lebensräume besser miteinander zu verbinden. Im Rahmen der Strategie Biodiversität Schweiz ist vorgesehen, dieses Netzwerk bis 2040 weiter aufzubauen und zu stärken. Das Festival bietet dir die Gelegenheit, vor Ort zu entdecken, wie solche Vernetzungsprojekte in der Praxis funktionieren. Jetzt Event in deiner Region finden Ob im Tessin, in der Romandie oder in der Deutschschweiz: Das vollständige Programm ist online verfügbar. Auf der offiziellen Website kannst du die Veranstaltungen bequem nach Ort, Datum, Thema oder Veranstaltungsart filtern und so das passende Naturerlebnis in deiner Region finden. Wann: 20. bis 25. Mai 2026 Wo: schweizweit, mit rund 750 Veranstaltungen Programm und Infos: www.festivaldernatur.ch Das Festival der Natur wird vom Bundesamt für Umwelt BAFU sowie von den Kantonen gefördert. Getragen wird es von namhaften Partnerorganisationen, darunter BirdLife Schweiz, Pro Natura, WWF Schweiz, die Schweizer Pärke, die Schweizer Wanderwege und der Schweizer Alpen-Club SAC. Warum wir das gut finden: Biodiversität wirkt oft abstrakt, bis man sie direkt vor der eigenen Haustür erlebt. Genau deshalb ist das Festival der Natur wertvoll: Es zeigt, wie viel Leben in unserer Umgebung steckt und wie leicht wir selbst etwas zu seinem Schutz beitragen können.