Über 15'000 Forscher unterschreiben «Warnung an die Menschheit»

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Der Aufruf zum Umweltschutz soll auf die missliche Lage unseres Planeten aufmerksam machen. Zum ersten Mal erschien so eine «Warnung an die Menschheit» vor 25 Jahren. Verbessert hat sich seitdem nur wenig.

«Warnung an die Menschheit» von 15’000 Forschern unterschrieben
Foto: © Terroa / iStock / Thinkstock

Zeitgleich zur UN-Klimakonferenz in Bonn publizierten tausende Forscher aus über 180 Ländern im wissenschaftlichen Journal «BioScience» einen Appell, der zum Umweltschutz auffordert. Der Aufruf geht insbesondere an BürgerInnen, WissenschaftlerInnen und Mitglieder der Medien, die ihre Regierungen zu sofortigem Handeln antreiben sollen. 

«Warnung an die Menschheit» verschärft sich

Seit der letzten «Warnung an die Menschheit»  sind genau 25 Jahre vergangen. Schon damals befürchteten 1700 teilnehmende Forscher, dass die Ökosysteme der Erde viel zu stark beansprucht werden und zusammenbrechen könnten.

Deshalb hatten die Forscher neun drängende ökologische Problemfelder beschrieben, unter anderem den Klimawandel, die Waldabholzung und das Schwinden der Arten. Verändert habe sich seitdem nicht viel. Ganz im Gegenteil: Der Ökologe und Erstautor des Aufrufs William Ripple meint sogar, dass sich die meisten Problemfelder verschlechtert haben, und zwar unter anderem aus diesen Gründen: 

  • Das Bevölkerungswachstum hat um 35 % zugenommen
  • Die Zahl der Säugetiere, Reptilien, Amphibien, Vögel und Fische der Welt ist um fast 30% gesunken
  • Der wachsende Kohlendioxid-Austoss ist um über 60% gestiegen und ist für den fortschreitenden Klimawandel verantwortlich
  • Verfügbares Süsswasser ist pro Kopf weltweit ist um fast 30% gesunken 
  • Sauerstoffarme «Todeszonen» im Meer haben um 75 % zugenommen

Die Forscher ziehen daraus eine düstere Bilanz: «Wir riskieren unsere Zukunft, indem wir unseren intensiven materiellen Konsum nicht reduzieren und das Bevölkerungswachstum nicht als Hauptgrund vieler Umwelt- und gar Gesellschaftsprobleme anerkennen.» 

Fortschritte gibt es nur in wenigen Bereichen 

Vereinzelte Fortschritte sind laut den Forschern trotzdem zu erkennen. Erneuerbare Energien seien beliebter geworden und die Geburtenrate sinke in Regionen, in denen Frauen und Mädchen ausgebildet werden. Zudem habe sich die Ozonschicht stabilisiert, da an vielen Orten auf schädliche Chemikalien verzichtet werde. Dies zeige, dass Menschen fähig sind, den Stand der Dinge zu verändern. Sie müssen einfach entschieden reagieren. 

Text: Kalya Koltes
Quellen: BioScience