«Klimaflüchtling» fordert Asyl in Neuseeland

Die Atolle des Inselstaates Kiribati ragen nur etwa zwei Meter aus dem Meer. Steigt der Meeresspiegel durch den Klimawandel an, bedroht dies seine Heimat und das Leben seiner Familie, befürchtet ein Einwohner Kiribatis. Deshalb beantragt er in Neuseeland als Klimaflüchtling anerkannt zu werden.

«Klimaflüchtling» fordert Asyl in Neuseeland
Zu Kiribati gehörende Inseln wie dieses Caroline Atoll sind am ehesten vom Klimawandel bedroht. Foto: Angela K. Kepler / Wikipedia.
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Ioane Teitiota lebt mit seiner Familie bereits seit längerem mit einem Visum in Neuseeland, seine Kinder sind dort zur Welt gekommen. Um dauerhaft da bleiben zu können, beantragte der Familienvater nun Asyl und forderte als Klimaflüchtling anerkannt zu werden. Die neuseeländische Regierung lehnte dies bisher ab, Teitiota ging jedoch vor Gericht in Berufung.

Klimawandel lässt Kiribati untergehen

Jüngste Prognosen von Klimawissenschaftlern zeigen, dass der Meeresspiegel bis zum Ende dieses Jahrhunderts um etwa einen Meter ansteigen könnte. Ist dies der Fall, würden grosse Teile des Inselstaates Kiribati überflutet. Wegen der dadurch entstehenden Bedrohung bittet der Familienvater um Asyl.

«Es gibt keine Zukunft für uns, wenn wir wieder nach Kiribati gehen », zitiert spiegel.de die Aussage Teitiotas vor dem Berufunsgericht. Die neuseeländische Regierung blieb bislang trotzdem hart und verweist darauf, dass internationale Flüchtlingsgesetze in diesem Fall nicht greifen würden. Ausserdem werde seine Familie nicht politisch verfolgt und sei bei einer Rückkehr nach Kiribati auch nicht akut bedroht.

Braucht es neue Gesetze für Klimaflüchtlinge?

Bisher fallen Klimaflüchtlinge also nicht unter die Asylgesetze. Bleiben die Prognosen für das Fortlaufen des Klimawandels bestehen, oder verschlechtern sich sogar noch, könnte sich dies jedoch bald ändern, wie der Experte Bill Hodge laut 20 Minuten erklärt. An ein erfolgreiches Asylgesuch der Familie aus Kiribati glaube er demnach nicht. Jedoch könne dies eine Debatte auslösen, die schlussendlich zu einer neuen Definition des Begriffs Flüchtling führe.

Quellen: spiegel.de, 20min.ch, Autor: Bianca Sellnow