Bedrohung durch Überfischung

Die Überfischung der Meere trägt zur Bedrohung vieler Fischarten bei.

Die Überfischung der Meere trägt zur Bedrohung vieler Fischarten bei. Foto: rgallianos / iStock / Thinkstock

Weltweit haben industrielle Fangflotten mit modernster Technik und zerstörerischen Fangmethoden das Meeresleben stark dezimiert: Rund 82 Millionen Tonnen Fische werden so jährlich aus den Meeren gefischt. Dies ist viermal mehr als noch vor 50 Jahren. Aus kurzsichtigen wirtschaftlichen Überlegungen verhindern einzelne Länder seit Jahren, dass Fangquoten nach wissenschaftlichen Empfehlungen festgelegt werden. Dass die Fischerei eine sehr starke Lobby hat, sieht man auch daran, dass viele Staaten – unter ihnen auch die EU – ihre Fangflotten massiv subventionieren. Dabei gibt es weltweit zweieinhalb Mal mehr Fangschiffe, als tragbar wären.

Die Folgen davon: 80 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände rund um den Globus sind schon überfischt oder stehen kurz davor. Darunter auch viele für den Schweizer Markt wichtige Fischbestände wie Atlantischer Heilbutt, Rotzunge, Kabeljau, Seeteufel, Seezunge und Steinbutt. Grosse Räuber wie der Rote Thun oder verschiedene Hai- und Rochenarten sind sogar vom Aussterben bedroht.

In den letzten Jahrzehnten ist der Fang von Tiefseefischen stark angestiegen. Bei diesen spät geschlechtsreifen und nur wenige Nachkommen produzierenden Arten wie dem Seeteufel, dem Rotbarsch oder dem atlantischen Sägebauch (Granatbarsch) hat die Überfischung gravierende Folgen. Diese häufig in der Tiefsee lebenden Bestände brauchen zum Teil bis zu 30 Jahre um die Geschlechtsreife zu erreichen. Falls relevante Mengen an Jungfischen entnommen werden, droht die gesamte Population innerhalb kurzer Zeit zusammenzubrechen. Dass sich solche Bestände, - einmal übernutzt und zusammengebrochen-, nur sehr schwer wieder erholen, liegt auf der Hand.

Wer Fisch isst, trägt Verantwortung

Der WWF setzt sich für eine nachhaltige Fischerei ein. Er kämpft gegen unnötige Subventionen, für strenge, wissenschaftlich abgestützte Fangquoten und für schonende Fangmethoden. Konsumentinnen rät der WWF: Auf Fische und Meeresfrüchte mit dem MSC- und dem Bio-Label sowie aus einheimischem Wildfang zu setzen und Meeresfrüchte als nicht alltägliche Delikatesse zu geniessen.

 

Bedrohung durch Fangmethoden

Fangschiffe sind auf die Verarbeitung von einer oder wenigen Fischarten spezialisiert. Weil die Fangmethoden in der Regel nicht selektiv sind, bleiben neben den Zielarten unzählige Jungfische, Meeressäuger, Seevögel und andere Meereslebewesen in den Netzen hängen. 40 Prozent aller gefangenen Meerestiere oder 38 Millionen Tonnen sind Beifang! Häufig werden sie tot oder verletzt wieder über Bord geworfen. Besonders schlimm ist der Beifang der tropischen Krevetten-Fischerei. Auf ein Kilo Krevetten kommen 10, manchmal sogar 20 Kilo Beifang an Fischen, Schlangen, Meeresschildkröten und anderen Meerestieren.

Nicht nur Netze gefährden Meeresleben, auch Langleinen verursachen viel Beifang. Langleinen sind bis zu 100 Kilometer lange Angelschnüre mit bis zu 20 000 Köderhaken für Thunfische. Doch auch jedes andere Meerestier, das gross genug ist, um Köder und Haken zu verschlingen, kann Langleinen zum Opfer fallen. Dies gilt auch für Meeresschildkröten. So werden weltweit jedes Jahr mehr als eine Viertel Million Unechte Karettschildkröten und Lederschildkröten mit auf Thun- und Schwertfisch ausgelegten Haken gefangen. Und auch Seevögel wie Albatrosse schnappen nach den Ködern, verfangen sich in den Leinen und ertrinken im Meer.

Quelle: WWF

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