Überfischung: Fische im Meer wertvoller als im Netz

Weltweit wird viel zu viel gefischt und vor Überfischung wird schon lange gewarnt. Nun haben Experten den Wert der Fische neu berechnet und erstaunliches festgestellt: Die kleinen Fische haben im Wasser oft den doppelten Wert, wie gefangen im Netz. Wieso das so ist, erfahren Sie hier.

Durch die Überfischung wird für verschiedenen Meerräubern die Nahrung an Futterfischen.
Durch die Überfischung wird für verschiedenen Meerräubern die Nahrung an Futterfischen. Foto: © iStockphoto / thinkstockphotos.com
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Täglich werden tonnenweise kleinere Fische, wie Heringe, Sardellen oder Makrelen überall auf der Welt aus dem Meer gezogen. Diese landen anschliessend in Konservendosen, direkt auf unseren Tellern oder werden als Futter für die Fischzucht verarbeitet. Nun haben Experten den Wert dieser Fische neu berechnet und sind zu einem verblüffenden Ergebnis gekommen. Kleine Fische in freier Wildbahn haben oftmals einen deutlich höheren Wert als gefangen. Denn sie dienen anderen Tieren, wie Walen, Robben, Meeresvögel und grösseren Raubfischen als Nahrung. Und diese grösseren Fische erzielen auf dem Markt einen viel höheren Preis. «Wer große Fische will, darf kleine nicht wegfischen», so Rainer Froese vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel im Interview mit pressetext.ch.

Die von uns Menschen weggefischten kleinen fehlen den grossen Fischen als Nahrung. Diese Überfischung hat drastische Folgen für die Population im Meer. Es sind bereits einige Tierarten von der Erde verschwunden, denen durch die Überfischung der Meere zu wenig Futterfische zur Nahrung fehlten. Daher der Appell des Forscherteams: Die Fischereiindustrie muss dringen ihre Fänge reduzieren, um Populationen sowohl der Fische als auch ihrer natürlichen Fressfeinde zu erhalten. Scharf kritisieren sie auch die Fischzucht, welche ungefähr fünf mal mehr Futterfisch verbraucht, als schlussendlich Fische daraus hervor gehen.

«Überfischung heißt, dass man langfristig durch Reduktion der Fänge mengenmäßig mehr fangen könnte. Alternativ werden die Fischbestände immer kleiner, während der Aufwand für den Fang wächst», ergänzt der Kieler Experte Froese.

Quelle: Pressetext.com Quelle: Jessica Buschor

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