Zänkische Zornnatter: Wo und wie die Schlange in der Schweiz lebt

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Eine in der Schweiz heimische Schlangenart ist die gelbgrüne Zornnatter. Und ihren Namen hat das wärmeliebende Tier zu Recht. Denn wird sie in die Enge gedrängt, beisst sie gerne zu. In welchen Teilen der Schweiz und wie die Zornnatter lebt.

Zornnatter in der Schweiz: Wo und wie die Schlange hier lebt
Foto: © geographica / iStock / Thinkstock

Zwar kann sie bei Gefahr auch ins Kühle Nass abtauchen, im Gegensatz zu ihren Verwandten Würfel-, Viper- und Ringelnatter, zählt die Zornnatter aber nicht zu den Wasserschlangen. Stattdessen liebt sie das warme Landleben. Vorzufinden ist die Schlange vom Balkan bis Italien sowie in Teilen der Schweiz und Frankreich. Hierzulande beschränkt sich ihre Verbreitung vor allem auf das Tessin, die Bündner Südtäler und einige Gebiete am Genfer See. Alle anderen Regionen der Schweiz sind ihr einfach zu kalt.

Einzelne Sichtungen der Zornnatter gab es zwar bereits auch in der Westschweiz. Diese Tiere gelangen allerdings in der Regel durch illegale Auswilderung dorthin.

Ist die Zornnatter giftig?

Sie mag vielleicht etwas bedrohlich aussehen und durch ihre Angriffslust auch so auftreten. Doch die Zornnatter ist eigentliche eine harmlose Schlangenart und nicht giftig. Wird sie geärgert, können Ihre Fangzähne sich aber schon mal schmerzhaft bemerkbar machen.

So erkennen Sie die Zornnatter

Die Zornnatter variiert in ihrer Färbung von eher dunkelgrün bis schwarzgrün. Markant sieht das gelbe Muster aus, das sich in einer gelben Sprenkelung am Körper zeigt. Ist die Gelbfärbung besonders ausgeprägt, wirkt sie wie zackige Querbänder um den Körper.

Ausgewachsen wir die Zornnatter bis zu zwei Meter lang und sie bewegt sich mit Vorliebe am Boden fort, auch wenn sie eine gute Kletterin ist. Auf der Kopfoberseite hat sie recht grosse Schuppen, was der Fachmann Schilder nennt. Typisch für die ungiftigen Schlangen der Schweiz, sind ihre Pupillen rund.

Wie die Zornnatter in der Schweiz lebt

Der Lebensraum der Zornnatter ist aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit sehr vielfältig. Das Revier der flinken Schlange kann mehrere Tausend Quadratmeter gross sein und reicht von den Ebenen bis hinauf auf etwa 1'400 Meter. Möglich macht dies unter anderem ihre überwiegend dunkle Färbung, dank derer sie sich schnell in der Sonne aufwärmen kann.

In der Schweiz ist sie unter anderem auf Wiesen, in Laubwäldern oder an Flussufern zu finden. Auch in steinigem Gelände mit Büschen, die Unterschlupf bieten, ist sie heimsich. Auch mal in einem Naturgarten können Sie auf die Zornnatter stossen. Einige Berichte zeigen, dass die Zornnatter mitunter jahrelang im Garten als Untermieter lebt. Der Vorteil für den Hobbygärtner dabei ist, dass Mäuse oder Ratten als eine der Hauptnahrung der Zornnatter den Pflanzen fernbleiben.

So flexibel die Zornnatter bezüglich ihres Lebensraums ist, so abwechslungsreich ist ihr Speiseplan. Daher gehören neben genannten Nagern auch Amphibien und andere Reptilien dazu, ebenso wie Vögel, Maulwürfe und selbst Jungtiere von Artgenossen.

Gefährdung und Schutz der Zornnatter

Der Mensch ist grösster direkter und indirekter Feind der Zornnatter. Zersiedlungen und immer weniger natürliche Lebensräume bedrohen die heimische Schlange genauso wie die Vielzahl an Umweltgiften. Laut der Roten Liste der Schweiz ist die Zornnatter stark gefährdet.

Welchen Schlangen Sie noch in der Schweiz begegnen könnten, verrät der Beitrag «Welche Schlangen sind in der Schweiz heimisch?»

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann