Wildparks in der Schweiz: Vom Gehege auf den Teller

Überzählige Tiere werden in vielen Schweizer Wildparks an andere Tiere verfüttert. Regelmässig gelangen sie aber auch auf die Teller in den Parkrestaurants. Vielen Besuchern «schmeckt» das gar nicht.

Wildparks in der Schweiz: Vom Gehege auf den Teller
Foto: © cezzar1981 / iStock / Thinkstock
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Einer der Parks, in denen regelmässig Fleisch aus eigenen Beständen im betriebseigenen Restaurant landen, ist der Wildnispark Langenberg bei Zürich. Einem Bericht der Zeitung «Der Landbote» zufolge wurden dort alleine im vorletzten Jahr 49 Hirsche und 10 Wildschweine für den Verzehr getötet.

Doch auch in anderen Parks sei das eine gängige Methode, so auch im Wildpark Bruderhaus in Winterthur. Hier seien es «drei bis vier Damhirsche und zwei bis drei Wildschweine» pro Jahr, wie Beat Kunz, Stadtförster und Geschäftsleiter des Wildparkvereins, der Zeitung bestätigte.

Während der Sprecher der Stiftung Wildnispark Zürich die Verwertung der Tiere im Wildpark Langenberg für «sehr ökologisch» und vorteilhaft für die Besucher erklärt, zeigen diese selbst sich eher überrascht. Auf Nachfrage von «Der Landbote» reichten die Kommentare befragter Parkbesucher von «Ist das ein verspäteter April-Scherz?» bis «Ich kann das kaum glauben, das befremdet mich doch sehr.»

Auch beim Tierschutzverein Horgen und Umgebung ist man wenig begeistert. Die Präsidentin Ruth Widmer findet laut der Zeitung vor allem die verstärkte Tötung von Jungtieren problematisch. Ebenso kritisiert die Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» das Vorgehen, besonders, wenn bewusst ein Überschuss bei einer Art erzeugt würde, um die Tiere dann zum Essen zu verwerten. Bekannte Alternativen zu der Tötung überschüssiger Hirsche, Rehe oder Wildschweine sei die nach Geschlechtern unterschiedene Haltung oder die Gabe von Verhütungsmitteln.

Mehr dazu lesen Sie unter landbote.ch.

Quelle: landbote.ch, Autor: Bianca Sellnow