Skorpione in der Schweiz: Drei Arten sind hier zuhause

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Etwa 1'500 unterschiedliche Skorpione gibt es weltweit. Drei davon finden sich auch in der Schweiz.  Wo sie leben und wie giftig unsere einheimischen Skorpione sind.

Skorpione in der Schweiz: Diese Arten sind hier heimisch
So sieht ein Italienischer Skorpion aus. Foto: © Maurizio Bonora / iStock / Thinkstock

Bräunlich bis schwarz sind sie gefärbt und haben die für Skorpione üblichen Zangen an den vorderen Gliedmassen sowie einen Stachel am Hinterleib. Vor allem im Tessin sind die nachtaktiven Jäger zuhause, doch auch im Wallis und im Münstertal sind Skorpione heute teilweise zu sehen.

Diese drei Skorpionarten leben in der Schweiz

Der Italienische Skorpion (Euscorpius italicus) soll bereits vor über 2'000 Jahren aus seiner ursprünglichen Heimat in Mittelitalien in die Schweiz eingewandert sein und lebt vornehmlich im warmen Tessin und im Misox in Regionen bis 500 Metern über dem Meeresspiegel. Zudem gibt es eine regional beschränkte Population in Sion im Kanton Wallis. Er ist unter den Skorpionen in der Schweiz der grösste Vertreter und wird bis zu fünf Zentimeter gross.

Nahezu identisch aussehend wurde Euscorpius alpha lange Zeit ebenfalls als Italienischer Skorpion eingeordnet. Der etwa einen Zentimeter kleinere Skorpion ist jedoch nach Untersuchungen eine eigene Art. Sein Vorkommen beschränkt sich in der Schweiz auf die Region um Simplon, das Südtessin sowie Puschlav und Gergell im Kanton Graubünden.

Der dritte Schweizer Skorpion, Euscorpius germanus, ist mit maximal zweieinhalb Zentimetern Grösse lediglich im Münstertal in den Ostalpen zu finden.

Skorpione sind nicht gerade wählerisch, was ihre Nahrung angeht. Zwar fressen sie vornehmlich Insekten, doch auch praktisch alles andere, was nicht grösser als sie selbst ist. Da Skorpione zum Kanibalismus neigen, werden auch durchaus Artgenossen von ihnen verspeist. Sie sind allerdings wahre Hungerkünstler und können sogar über viele Wochen ohne Nahrung auskommen. Die nachtaktiven Jäger verstecken sich tagsüber in Felsspalten, Höhlen oder unter Steinen, bei Temperaturen unter fünf Grad suchen sie sich eine frostfreie Unterkunft und fallen in Winterstarre.

Sind Skorpione in der Schweiz giftig?

Alle Skorpione tragen ein Gift in sich, dass zur Betäubung ihrer Opfer dient. Von den bekannten Skorpionarten sollen nur etwa zwei Dutzend so giftig sein, dass sie dem Menschen gefährlich werden können. Zum Glück gehören die Skorpione in der Schweiz nicht dazu. Das Gift soll vergleichbar schmerzhaft wie ein Bienen- oder Wespenstich wirken. Gefährlich kann es jedoch für Allergiker werden.

Übrigens: Die giftigsten Skorpione soll es in Mexiko geben. Dort kommt es jährlich zu mehr als 1'000 Todesfällen nach Skorpionstichen.

Was tun bei einem Skorpion im Haus

In Wohnungen landen die kleinen Tiere hin und wieder, wenn sie auf der Suche nach Nahrung oder einem Unterschlupf sind. In einem solchen Fall fangen Sie den Skorpion am besten mit Hilfe eines Glases und einem Deckel ein und befördern ihn wieder nach draussen.

Der Schweizer Spezialist für Skorpione, Matt Braunwalder, empfiehlt als Alternative zusammengeknülltes Zeitungspapier auszulegen. Darin verstecken sich die Skorpione ganz gerne. Dafür geben Sie das Papier vorsichtig in einen Eimer und entleeren diesen anschliessend an einem sicheren Ort.

Tipp: Wer mit dem Skorpionspezialist mal auf eine geführte Skorpion-, Spinnen- und Insektenentdeckertour gehen möchte, findet Informationen dazu auf der Webseite arachnodata.ch.

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann