Welche Schmetterlinge durch die Schweiz flattern

Tausende Arten von Schmetterlingen gibt es hierzulande. Die schönsten und häufigsten haben wir für Sie in einer Bildergalerie zusammengestellt.

Tagfalter, Schwärmer oder Nachtfalter: Die schönsten Schmetterlinge der Schweiz
Foto: © fabioski / iStock / Thinkstock
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«Viele einheimische Tagfalter sind heute aus ihren angestammten Lebensräumen verschwunden oder so stark dezimiert, dass ihr Überleben fraglich erscheint. Einige Arten sind in der Schweiz bereits ausgestorben.» Diese Worte sind auf der Seite der Schweizer Schmetterlingsforscher, den Lepidopterologen der Schweiz, zu lesen.

Dafür gibt es einige Gründe, die meist mit der Intensivierung der Landwirtschaft, der steigenden Zahl an neu entstehenden Siedlungen oder dem Pflanzenschutzmitteleinsatz einhergehen.

Tagfalter sind allerdings nur eine Schmetterlingsart. Weiter gibt es auch Schwärmer, Widderchen oder Nachtfalter. Selbst die lästigen Kleidermotten gehören zur Familie der Schmetterlinge.

Schmetterlinge der Schweiz sind bedroht

Von den heute 226 dokumentierten einheimischen Tagfalter und Widderchen (auch Zygänen genannt) befinden sich viele auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. So gelten laut Roter Liste 78 Arten als gefährdet, 44 als potentiell gefährdet.

In der Roten Liste der Tagfalter und Widderchen schreibt das Bundesamtes für Umwelt BAFU: «Die meisten Arten dieser Kategorien leben hauptsächlich auf Magerwiesen und -weiden der tiefen bis mittleren Lagen. Gebüsche und Übergangslebensräume spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle beim Schutz der gefährdeten Tagfalter. In Feuchtgebieten und Wäldern leben weniger Arten, der Anteil gefährdeter Arten ist jedoch vor allem in Feuchtgebieten höher.»

Die Nachtfalter unter Schmetterlingen

3420 Arten verschiedener Nachtfalter gibt es hierzulande. Eine Rote Liste gibt es für die selten wahrgenommenen Nachtschwärmer nicht. Diese Falter tauchen meist nur in der Dämmerung auf, weil sich die Natur mit abends und nachts duftenden Nektarpflanzen auf diese Besucher eingestellt hat.

Einer der schillernsten unter ihnen ist der Mittlere Weinschwärmer. Der Mittlere Weinschwärmer besticht durch seine olivgrüne und pinkfarbene bis violette Musterung. Mit einer Flügelspannweite von bis zu sechs Zentimetern gehört er nicht nur zu den grössten Nachtfaltern der Schweiz sonder zu den grössten Faltern, die man in der Schwiez beobachten kann.

Die schönsten Schmetterlinge der Schweiz

Der anmutende Schwalbenschwanz ist einer der grössten Schmetterlinge Europas. Mit 5 bis 8 Zentimetern Flügelspannweite ist der hübsch leuchtend gelb gefärbte Schwalbenschwanz ein echter Hingucker in der Natur. Die schwarzen Schwänzchen an den Hinterflügeln sind namensgeber dieses Falters. Auf seinen Flügeln prangt ein markantes rotes Auge. Sieht man gleich zwei der hübschen Schmetterlinge und ein Falter ist grösser, dann ist dies mit ziemlicher Sicherheit das Weibchen.

Tagpfauenauge, Aurorafalter, Kleiner Kohlweissling und Co. 

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Als Raupe ein Kannibale: Der Aurorafalter

Bis zu 4,5 Zentimeter gross können Aurorafalter (Anthocharis cardamines) werden. Besonders auffällgi sind sie wegen ihrer leuchtend orangen Flecken auf den Flügeln. Diese tragen jedoch nur die Männchen. Was schön als Schmetterling endet, beginnt mit Kannibalismus: Sobald die Raupen der Aurorafalter geschlüpft sind, fressen sie andere Eier auf ihrer Futterpflanze. So können sie mögliche Konkurrenz beseitigen. In der Schweiz fliegen Aurorafalter von April bis Juli. Sie fühlen sich in der ganzen Schweiz bis auf 2000 m.ü.M. wohl und leben vor allem auf Waldlichtungen und am Waldrand, wo sie Wiesen mit vielen Blumen finden. Foto: © MarkMirror / iStock / Thinkstock
 

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Der Kleine Fuchs ist ebenfalls ein klassischer Schweizer Schmetterling. Er ist rotbraun gefärbt mit klarer schwarzer Zeichnung rund um seine Flügel, die Richtung Kopf symetrisch unterbrochen wird.

Der Admiral ist ähnlich dem Schwalbenschwanz ein imposanter Falter. Vornehmlich schwarz gefärbt, sind seine Flügelenden weiss getupft und mittig durch die Flügel verläuft eine rote Zeichung.

Bläulinge, wie der Alpenbläuling, haben, ganz dem Namen entsprechend, eine zartblaue Flügeloberseite. Die Weibchen des eher kleinen Bläulings sind dezent geschmückt in Brauntönen.

Dagegen ist der Zitronenfalter leuchten gelb, lediglich ein brauner Punkt auf jedem Flügel unterbricht die leuchtend-fröhliche Farbgebung.

Ein weiteres Prachtexemplar unter dem Schmetterlingen der Schweiz ist der Kaisermantel. Seine kräftige Orangefärbung wird durch gleichmässig verteilte schwarze Flecken unterbrochen.  Diese schöne Farbgebung ist übrigens beliebt unter den Schmetterlingen der Schweiz. Sie findet sich ebenfalls im Mauerfuchs und dem C-Falter.

Schmetterlinge und ihr Lebensraum

Der Lebensraum unserer einheimischen Schmetterlinge ist abwechslungsreich. Die Tiere nutzen Moore, feuchte aber auch trockene Wiesen, lichte Wälder oder Auen als Lebensraum. Leider werden genau solche natürlichen Landstriche immer weniger.

Alleine 3000 der etwa 3600 Schmetterlingsarten kommen im Wallis vor. Sie finden dort einen idealen Lebensraum. Besonders an den steilen und heissen, vor allem unberührten Wiesenhängen, die oft für den Mensch kaum oder nur schwer zugänglich sind, finden sie ein wahres Paradies.

Schmetterlinge im Garten fördern

Schmetterlingen im eigenen Garten ist ganz gut geholfen, wenn möglichst viel heimische Blühpflanzen und Gehölze das grüne Reich verschönern. Pro Natura empfiehlt speziell folgende Pflanzen: Wildblumen wie Wilde Möhre, Flockenblumen sowie einheimische Gehölze wie Weiden, Schwarzdorn oder Schneeball.

Tujahecken und Kirschlorbeer – beides übrigens giftige Pflanzen – sind für Schmetterlinge ungeeignet.

Futter für die Raupen

Die Raupen der Schnetterlinge fressen besonders gerne das Grün von: Brennesseln, Fenchel, Dill, Karotten, Ginster, verschidene Gräser, Veilchen oder Thymian. Je nach Schmetterlingsart bevorzugen die Raupen ganz bestimmte Pflanzen.

Futter für die Falter

Ähnlich verhalten sich die erwachsenen Falter, die sich vom Nektar der Blüten ernähren. Mohn, Frühlingsaster, Pfingstrosen oder Nelken eignen sich als Futterpflanze für den Frühling. Johanniskraut, Lavendel, Sommeraster, Sonnenblumen oder Thymian dienen als Futterpflanzen im Sommer. Im Herbst ernähren sich schmetterlinge unter anderem vom Nektar der Herbstanemone, Fetthenne, Efeu, Nachtkerze oder Silberkerze.

Exotische Schmetterlinge im Papiliorama

Eine gigantische Glaskuppel entführt im Papilorama Kerzers FR in die Welt der Tropen. Hier finden Schmetterlingsfans in einer natürlich gestalteten Umgebung rund 60 der schönsten tropischen Schmetterlingsarten aus der ganzen Welt, die vor Ort selbst gezüchtet werden.

Mehr zu diesem schönen Ausflugstipp auf der Internetseite von Papiliorama.

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