Der geplante Nationalpark Adula bietet viel unberührte Natur

Natürliche Schönheit soweit das Auge reicht: Der Parc Adula soll bald zum grössten Nationalpark der Schweiz werden. Das Areal des Parks erstreckt sich über die grossen Täler am Rande der Kantone Graubünden und Tessin. Naturschutz und nachhaltiger Tourismus sollen in dem Projekt Adula vereint werden.

Parc Adula: Bald grösster Nationalpark der Schweiz
Die Schweizer Kantone Tessin und Graubünden sollen schon bald einen Nationalpark bekommen. Der Parc Adula wird voraussichtlich 2015 seine Tore öffnen. Dort können Naturschönheiten wie der hier abgebildete Hinterreihn bei Splügen bewundert werden. Foto: Adrian Michael, Wikipedia (CC BY-SA 3.0)
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Die Schweiz verfügt derzeit nur über einen Nationalpark im Engadin. Das Projekt Adula strebt aber eine Erweiterung an und soll im Jahr 2015 seine Tore als zweiter und grösster Nationalpark der Schweiz öffnen. Mit einer Gesamtfläche von 1'064 Quadratkilometern wäre der Parc Adula sechs Mal so gross wie der Engadiner Nationalpark. Malerische Landschaften, die sich weitgehend ohne menschliche Eingriffe entwickeln durften, sollen intensiv geschützt werden und zugleich als Erholungsgebiet dienen.

Neuer Nationalpark Adula rund um das Rheinwaldhorn

Der Berg Adula, auch bekannt als Rheinwaldhorn, um dessen Spitze sich das Parkgebiet bildet, dient dem angehenden Schweizer Nationalpark als Namensgeber. Auch das wilde Calancatal soll Teil des Parks werden. Es gehört zu den am wenigsten bekannten Tälern Graubündens. Charakteristisch für den Naturraum rund um die Gipfel des Rheinwaldhorns sind eine reichhaltige Flora und Fauna, imposante Gletscher und überwältigende Ausblicke.

Unterstützung des Parcs Adula durch Bund und Kantone

Ziel des Projekts soll es sein, die nachhaltige Entwicklung dieser alpinen Regionen zu festigen und den Reichtum an unberührter Natur zu erhalten. Der Bund, die beiden Kantone Tessin und Graubünden sowie die fünf Regionen, über die sich das Parkareal erstreckt, sind die Träger des Nationalparks Adula. Eine der Bestrebungen der Unterstützer ist die Ermöglichung von unvergleichlichen Naturerlebnissen für Naturliebhaber und Schulklassen. Diese sollen durch den angehenden Nationalpark für die Schönheit und die Eigenart der Kulturlandschaften im Alpengebiet sensibilisiert werden.

Vereinzelte kritische Stimmen zum Nationalpark

Der geplante Nationalpark Adula bietet viel unberührte Natur

Das imposante Rheinwaldhorn thront in der Mitte des geplanten Nationalparks Adula. Foto: © Dodo / Wikipedia (CC BY 2.0)

Da die menschliche Aktivität in der Kernzone des Parcs Adula stark reglementiert werden würde, sind vereinzelt auch kritische Stimmen zum Projekt aufgetaucht. Skihütten, die ihren Sitz im Adula-Gebiet haben, bestehen so beispielsweise darauf, zur Versorgung auch weiterhin mit Helikoptern angeflogen werden zu können. Anita Mazzetta, Leiterin des WWF Graubünden, kritisiert gegenüber tageszeiger.ch, dass der Park der Natur letztendlich nur einen sehr geringen Mehrwert bringen würde. Der bereits vorhandene Schutz sei schon jetzt nicht schlecht und könne wohl nur wenig gesteigert werden. Da der geplante Schweizer Nationalpark jedoch neue Arbeitsplätze mit sich bringt und die Unberührtheit der Natur im Alpengebiet bekannt mache, sei das Projekt schlussendlich zu befürworten.

Quellen: parcadula.ch, sbb.ch, tagesanzeiger.ch, Wikipedia.org

Text: Petra Zölle