Rückkehr des Pinselohrs: Der Luchs erobert sich die Schweiz zurück

Ihre Spuren sind etwa dreimal so gross wie die einer Hauskatze. Sie erlegen Gemsen, Schafe oder Rehe und natürliche Feinde hat der eurasische Luchs in der Schweiz keine. Obwohl die nächtlichen Jäger oft auch Nutztiere reissen und damit in die Nähe von Menschen gelangen, eine Gefahr sind die Luchse nicht.

Der Luchs erobert wieder die Schweiz
Der Luchs erobert wieder die Schweiz. Foto: Byrdyak. iStock, Thinkstock
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Eurasische Luchse in der Schweiz sind alte Bekannte

Ursprünglich durchstreiften Luchse in der Schweiz bereits lange vor den Menschen die Bergwälder. Doch als ihr einziger Feind haben Menschen sie ausgerottet, 1894 wurde das letzte Tier erschossen.

Seit 40 Jahren sind die grössten Katzen Europas nun wieder in der Schweiz zuhause. Das erste Paar eurasischer Luchse wurde im Areal des Jagdbannbezirks Huetstock in der Nähe von Luzern ausgesetzt. Seitdem wurden viele weitere Luchse ausgesetzt und auch bereits einige in Freiheit geboren. Insgesamt leben heute wieder 130 Luchse in der Schweiz.

Der eurasische Luchs vermehrt sich auf Dauer jedoch nur, wenn er auch andere Populationen besuchen kann. Einzelne Ausreisser aus dem Zoo oder Einwanderer, die über die Grenze kommen, reichen nicht aus, um den Bestand des Luchses in der Schweiz zu sichern. Dazu braucht er weiterhin die Hilfe des Menschen.

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Luchse wurden in der Schweiz erfolgreich wieder angesiedelt

Eurasische Luchse können in der Schweiz mit etwas Glück in der freien Wildbahn beobachtet werden. Eine Gefahr für den Menschen geht von den scheuen Wildkatzen dabei nicht aus. Foto: © hfoxfoto / iStock / Thinkstock

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Luchse sind keine Gefahr, aber selten eine Plage für Landwirte

Für uns Menschen stellt der Luchs keine Gefahr dar. Um auch die Herden der Landwirte vor Übergriffen des eurasischen Luchses zu schützen, gibt es Programme, die zum Beispiel den Einsatz von Herdenschutzhunden unterstützen.

Obwohl Luchse in der Schweiz Rehe, Gemsen und Füchse bevorzugen, spezialisiert sich hin und wieder einer der Jäger auf Schafe oder Ziegen. Reisst er mindestens 14 Nutztiere, so wird eine Abschusserlaubnis erteilt. Meist wird das Tier jedoch umgesiedelt, wie 2013 das Luchsweibchen «Luna».

Herdenschutz und Entschädigungen für vom Luchs gerissene Tiere

Für jedes gerissene Nutztier erhält der Landwirt eine Entschädigung. Ausserdem sorgt das Freiwilligenprogramm «Hirtenhilfe» seit 2009 dafür, dass die Herden geschützt werden. Auch Wanderern werden Informationen angeboten, um sich bei Kontakt mit Herdenschutzhunden richtig zu verhalten. So können Mensch und Luchs in der Schweiz gemeinsam die Natur geniessen.

Mehr zum Herdenschutz gibt es in dem Artikel «Schweiz trifft Südamerika: Warum Lamas Schweizer Schafe schützen».