Lautlose Jäger: Welche Greifvögel heute in der Schweiz leben

11 Arten von Greifvögeln gibt es derzeit, die in der Schweiz brüten. Dazu gehören mehrere Falken und Habichte, die trotz Ähnlichkeiten nicht miteinander verwandt sind. Was die einheimischen Greifvögel ausmacht und welche Merkmale sie haben.

Greifvögel in der Schweiz: Diese Arten sind hier zuhause
Bartgeier auf einem Felsen. Foto: © Hedrus / iStock / Thinkstock
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Zu den in der Schweiz lebenden falkenartigen Greifvögeln zählen Wander-, Turm- und Baumfalke. Habichtartige Greifvögel, die hierzulande brüten, sind Bartgeier, Steinadler, Rotmilan, Schwarzmilan, Habicht, Wespenbussard und Mäusebussard.

Während Letzterer allerdings mit ganzen 40'000 Exemplaren noch der häufigste Vertreter unter den Schweizer Greifvogel-Arten ist, gehört der in den 1950er Jahren fast ausgerottete Wanderfalke mit nur etwa 800 Exemplaren zu den sehr seltenen Exemplaren.

Noch schlimmer hat es nur den Bartgeier getroffen. Dieser wurde nämlich einmal komplett ausgerottet. Inzwischen gibt es ihn aber wieder in der Schweiz.

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Wanderfalken stürzen sich mit rasender Geschwindkeit auf ihre Beute

Bei der Wahl seines Lebensraumes ist der Wanderfalke nicht allzu wählerisch. Neben Gebirgen und Klippen lebt der Greifvogel auch in der Kulturlandschaft und in Städten. Hier jagt er vor allem andere Vögel, die er im Flug erbeutet. Meist wartet der Wanderfalke auf einem Ansitz auf seine Beute, um dann blitzschnell zuzuschlagen. Im Sturzflug kann er dann eine Geschwindigkeit von über 300 Kilometern pro Stunde erreichen.

In den 1950er Jahren geriet der Wanderfalke an den Rand des Aussterbens. Erst durch Schutzmassnahmen und einzelne Pestizidverbote fasste der Greifvogel langsam wieder Fuss. Heute haben sich die Bestände wieder erholt, sodass wieder 300 bis 400 Paare in der Schweiz leben. Foto: © Donyanedomam / iStock / Thinkstock

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Grösster Greifvogel ist in der Schweiz wieder heimisch

Der Bartgeier war mit seinen fast drei Metern Flügelspannweite einst der König der Schweizer Lüfte. Der mächtige Greifvogel wurde jedoch ausgerottet, weil er angeblich eine Gefahr für Lämmer war. Daher auch sein Beiname Lämmergeier. Damit wurde ihm jedoch Unrecht getan. Denn dieser Greifvogel ist auf Aas spezialisiert.

Nach Jahrzehnten der Abwesenheit in der Schweiz wurde er ab 1978 mittels jungen Zuchtvögeln wieder ausgewildert. Heute sollen etwa 100 Bartgeier in den Alpen heimisch sein, 50 hiervon wurden hierzulande gesichtet.

Fast ebenso imposant kommt der Steinadler daher

Mit etwas über zwei Metern Flügelspannweite ist der Steinadler ebenfalls eine imposante Erscheinung. Und damit gehört er auch zu den grössten Greifvogel-Arten der Welt. Da er ein Beutegreifer ist, wurde auch der Steinadler von Jägern und Giftködern nahezu ausgerottet. Heute haben sich die Bestände aber deutlich erholt.

Auf der Liste der gefährdeten Schweizer Tierarten wird er dennoch als «verletzlich» geführt. Der Grund ist eine recht hohe Anzahl an ledigen Einzeladlern, die gerne in die Reviere von Brutpaaren eindringen. Diese werden dadurch im Brutverhalten gestört, da sie den Eindringling verjagen müssen. Brutausfälle sind die Folge.

Schwarz- und Rotmilan sind zahlreich in der Schweiz zu finden

Etwas grösser als der ebenfalls heimische Schwarzmilan, ist der Rotmilan an seinem roten Schwanz mit markanter Gabelung sehr leicht unter den Greifvögeln zu bestimmen. Auch seine etwa 1,5 Meter breiten Flügel sind zum Teil merklich rot gefärbt. Die markant geformten Schwanzfedern brachten dem Rotmilan zudem den Namen Gabelweih oder Gabelweihe ein.

Unter den Greifvögeln der Schweiz ist der Rotmilan heute mit etwa 1'500 Brutpaaren vertreten und gilt nicht als gefährdet. Das war jedoch mal ganz anders. Denn auch er wurde bereits fast ausgerottet. Die Zahl der Brutvögel hat sich seit 1990 aber wieder mehr als verdreifacht. Der Schwarzmilan hat sogar inzwischen doppelt so viele Brutpaare in der Schweiz.

Die Verbreitung dieser Greifvögel beschränkt sich vornehmlich auf Mitteleuropa und Spanien und auf Gebiete meist unter 800 Metern über dem Meeresspiegel. Lediglich im Jura wagt sich der Rotmilan bis hinauf auf 1'200 Meter.

Sonderling unter den Geifvögeln der Schweiz ist der Wespenbussard

Mit heute etwa 900 Exemplaren gilt der einheimische Wespenbussard als ein Exot unter den Greifvogel-Arten. Die etwa ein Kilo schwere Vogelart ernährt sich von einer bestimmten Wespenart, die sie vornehmlich in Baumkronen findet. Durch seine geringe Anzahl wird er in der Schweiz als gefährdet eingestuft. 

Sie möchten einen Greifvogel bestimmen? Dabei hilft Ihnen die Vogelwarte Sempach.

Quellen: Bartgeier.ch, Vogelwarte.ch, Wikipedia

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann